Willkommen 2013! Wir bleiben dran

Von Gero Lücking,
Herausgeber von klimaretter.info
und Vorstand beim Ökostromhändler Lichtblick
Liebe Leserinnen und Leser,
der Anteil der erneuerbaren Energien ist im Jahr 2012 auf 23 Prozent gestiegen. Diese Meldung zeigt, dass die Energiewende und der Ausbau der Erneuerbaren weiter voranschreiten. Und klimaretter.info wird die Energiewende und den Ausbau der Erneuerbaren auch 2013 kritisch begleiten.
Energiepolitisch aber wird das Jahr 2013 wohl eher ein Jahr des Stillstandes werden. Dass vor der Bundestagswahl im September parlamentarische Mehrheiten zu einer Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes zustandekommen, glaubt in Berlin keiner. Selbst die nicht, die heute ankündigen, dass dies in der ersten Jahreshälfte auf der Agenda stünde.
Zu erwarten ist stattdessen, dass im Vorwahlkampf alles zerredet und blockiert wird. Die Wahl in Niedersachsen am 20. Januar wird sicherlich schon eine Vorentscheidung bringen oder wenigstens einen Trend zeigen. Zumindest in Bezug auf die Überlebenschancen der FDP.
Politischer Mut ist gefordert – ab 2014
Entscheidend werden der Herbst sowie das ganze Jahr 2014 sein. Nach der Bundestagswahl wird es neue politische Mehrheiten geben. Die neue Regierung wird die Aufgabe haben, das EEG so zu ändern, dass die regenerativen Energien einerseits an den Markt herangeführt werden und andererseits der Ausbauboom nicht gebremst wird.
Das ist ein schwieriges Unterfangen, weil die Erneuerbaren sich auch dann noch nicht allein aus den Marktpreisen heraus finanzieren können. Denn sie machen sich immer dann, wenn sie Strom erzeugen, ihren eigenen Preis kaputt. Wenn die Sonne scheint und wenn der Wind weht, wird so viel Energie in Solaranlagen und Windparks erzeugt, dass das regenerative Überangebot die Preise in den Keller fallen lässt. Dieser Effekt wird sich durch den weiteren Zubau, den wir brauchen, um den Anteil erneuerbarer Energie weiter zu erhöhen, verschärfen.

Aufwärts? Oder abwärts? klimaretter.info hat sich vorgenommen, 2013 eine Bundestags-Wahlberichterstattung anzubieten. (Foto: Paul Langrock)
Insofern stehen wir vor einzigartigen energiewirtschaftlichen Herausforderungen. Einfache Lösungen wird es nicht geben. Man wird also einerseits mit Augenmaß vorgehen müssen. Andererseits muss man sich auch mal trauen, etwas auszuprobieren. Das erfordert politischen Mut. Wichtig ist, dass die Energiewende nicht weiter durch groben Unsinn und unkoordinierte Einzelaktionen, die in keinen strategischen Gesamtkontext eingebettet sind, diskreditiert wird. Das muss 2013 und besonders dann 2014 unbedingt vermieden werden.
Klar ist, wir leben in energiepolitisch spannenden Zeiten. Klar ist auch, dass diese von engagierten, wissenden Menschen bestritten werden. Möge das neue Jahr für Sie und Ihre Familie ein gesundes, ein gutes Jahr werden.
Das wünsche ich im Namen des gesamten Teams von klimaretter.info!
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Zum Auftakt ihrer diesjährigen Genossenschaftsversammlung ließ die taz am gestrigen Samstag über die Energiewende diskutieren. Mit Umweltminister Peter Altmaier und seinem grünen Vorvorgänger Jürgen Trittin sowie der "Stromrebellin" Ursula Sladek von den Elektrizitätswerken Schönau und "Ökosex"-Kolumnist Martin Unfried. Die Diskussion brachte einiges an Erkenntnissen. Bloß nicht zum eigentlichen Thema "Machen und nerven: Was die Energiewende von uns verlangt".
Die Energiewende ist mehr als eine Strompreisdiskussion. Wie man das Projekt bezahlbar, nachhaltig und demokratisch gestalten kann, zeigt ein Blick zu den deutschen Nachbarn, sagt Anna Leidreiter vom World Future Council. Da kann man zum Beispiel lernen, dass Strom in Dänemark per Gesetz ein Wirtschaftsgut ist, mit dem man keinen Profit machen darf.
Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind da: Auch im Jahr 2012 ist Deutschland Stromexportland geblieben – trotz Atomausstieg und Energiewende. Doch was bedeutet dieser Produktionsüberschuss? Und welche Schlüsse sollten für die Zukunft daraus gezogen werden? Fragen an den Klima- und Energieexperten Rainer Baake vom Thinktank Agora Energiewende.
Der Auftakt zum Wahlkampf oder ein ernsthafter Vorschlag für die Energiewende? Eins ist sicher: Bundesumweltminister Peter Altmaier hat mit seinen Vorschlägen zur "Strompreis-Sicherung" auch in der Presse eine Debatte über die Zukunft der erneuerbaren Energien losgetreten. Wie bewerten die Kommentatoren der Medienlandschaft den Vorstoß? Lesen Sie die Presseschau.
Energieexperten empfehlen stattdessen das Fördermodell des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) grundsätzlich beizubehalten
Bei der gestrigen Bundestagsdebatte zur Energiewende war von allen Parteien nur Polemik zu hören – als würde es nicht um das wichtigste industriepolitische Projekt Deutschlands gehen. Die unsachliche Linie hat Umweltminister Altmaier mit seinem Vorgänger-Bashing ("leere Schubladen") vom Vortag selbst vorgegeben.
Jürgen Trittin, Spitzenkandidat der Grünen bei der Bundestagswahl, erklärt im klimaretter.info-Interview, warum die Kosten der Energiewende für die Verbraucher nicht weiter steigen müssen, warum Bürgerproteste gegen den Netzausbau ein Märchen von der FDP und das EEG ohne Alternative ist.
Die Vorschläge von Peter Altmaier (CDU) zur Begrenzung der Strompreise stoßen bei der Opposition erwartungsgemäß auf wenig Zuspruch. Umweltschützer sprechen von einem "Rückschritt" und werfen dem Bundesumweltminister vor, zum Bremser der Energiewende zu werden. Dem Koalitionspartner FDP gefallen sie.
Wie hält die Regierung es mit der Kohle? Vor dem traditionellen Dreikönigstreffen der FDP erklärt ihr Umweltpolitiker Michael Kauch, warum neue Kraftwerke gar nicht so schlecht sind. Interview Teil 2 über Wettbewerb, Emissionshandel und die Waldschutzmaßnahmen von Parteifreund Dirk Niebel
Die "Energiewende muss nicht teuer sein", findet der Biogasrat und lädt am 7. November zu einer Fachkonferenz nach Berlin ein, um eine kostengünstige Integration der Erneuerbaren in den Markt zu diskutieren. Im Interview mit klimaretter.info erklärt Geschäftsführer Reinhard Schultz, wie der Biogasrat sich das vorstellt. Teil I des Interviews
Johannes Lackmann, Windpionier und ehemals oberster Ökostromlobbyist, warnt davor, dass die Energiewende zu teuer werden und die Signalwirkung für die Welt verloren gehen könnte. Er verzichtet für seinen Windpark auf eine Förderung durch das EEG.
Die "Energiewende muss nicht teuer sein", findet der Biogasrat und lädt heute zu einer Fachkonferenz in Berlin ein, um eine kostengünstige Integration der Erneuerbaren in den Markt zu diskutieren. Im Interview Teil II mit klimaretter.info erklärt Geschäftsführer Reinhard Schultz, warum Windstrom genauso besteuert wird wie Braunkohlestrom.
Heute Nachmittag entscheidet der Bundestag in namentlicher Abstimmung über die geplante Kürzung bei der Solarvergütung. Zwar hat die Koalition ihre Pläne leicht entschärft, dennoch könnten sie das Ende der deutschen Solarindustrie bedeuten, meint Eicke Weber vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme im Gespräch mit klimaretter.info. Und fordert ein "Leuchtturmprojekt" mit staatlichen Kreditgarantien, um die Branche gegenüber China konkurrenzfähig zu machen.

