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EIKEs neuer Freund

In München findet an diesem Freitag und Samstag die EIKE-Klimaskeptiker-Konferenz statt. Diesmal mit im Boot: das Heartland Institute, das normalerweise in den USA sein Unwesen treibt. Doch selbst dort ist es mittlerweile "unten durch". Nun versucht das berüchtigte Institut in Deutschland neue Freunde zu finden. Einen hat es gefunden.

Ein Standpunkt von Kevin Grandia

Das Heartland Institute veranstaltet am Freitag und Samstag dieser Woche eine Konferenz. Bekannt wurde dieser Kongress unter dem Namen "Denial-a-palooza". Zu deutsch in etwa: "Die Mega-Event-Ignorierer". Auf der Konferenz in München versammelt sich eine kleine Gruppe von "Experten", um ihre selbstgestrickte Verschwörungstheorie zu diskutieren. Ihrer Ansicht nach ist der Klimawandel ein einziger großer Schwindel. Diesjähriger Heartland-Partner und Mitgastgeber der "Eighth International Conference on Climate Change" (ICCC8) ist das in Deutschland angesiedelte European Institute for Climate Energy (EIKE).


Mit seiner neuen Kampagne, die Klimaschützer mit Terroristen wie dem "Unabomber" vergleicht, hat sich das Heartland Institute keine Freunde gemacht. (Foto: Heartland Institute)

Normalerweise hält das Heartland Institute seine "Mega-Event-Ignorier-Veranstaltung" in den Vereinigten Staaten ab. Ich vermute jedoch, dass die Gruppierung ihr Treffen nach Übersee verlegt hat, da Heartland für die Medien in Europa – von wenigen Ausnahmen abgesehen – ein unbeschriebenes Blatt ist. Wenig bekannt sind dort die schäbigen Details und das Vorgehen des Instituts bei seinen Attacken auf allgemein akzeptierte wissenschaftliche Ergebnisse. Ganz zu schweigen von seiner geschmacklosen Unabomber-Kampagne. 

Vielleicht vertraut das Heartland Institute ja darauf, dass die deutschen Medien nicht wissen, wie man Google benutzt. Dann würden sie nicht auf die vielen Belege im Netz stoßen, die die regelmäßigen Angriffe von Heartland auf den wissenschaftlichen Grundkonsens belegen – oder die Anstrengungen, die Öffentlichkeit über den Klimawandel zu verwirren und die Bedrohungen für das Allgemeinwohl und den Planeten kleinzureden.

Lange bevor das Heartland Institute seine Gelder in schmutzigen und klimaschädlichen Geschäftsfeldern eingetrieben hat, zum Beispiel bei dem Energie- und Chemiegiganten Koch Industries, nahm das Institut Gelder der Tabakindustrie an, um dafür das Gesundheitsrisiko des Rauchens herunterzuspielen. Der Präsident des Heartland Institute, Joseph Bast, hat sogar selbst ein Buch veröffentlicht mit dem Titel "Please Don't Poop in My Salad" (wörtlich: "Bitte furzen Sie nicht in meinen Salat"). Auf der Homepage seines Instituts heißt es dazu, Bast benutze "den gesunden Menschenverstand, echte Wissenschaft und die (fast) verlorene Kunst des kritischen Denkens, um die haarsträubenden Behauptungen und Kommentare der Anti-Raucher-Fundamentalisten zu widerlegen und zu entlarven". In einem anderen Online-Dokument aus dem Jahr 2007 behauptet Bast: "Das öffentliche Gesundheitswesen dämonisiert Raucher und alle Formen von Tabak, und zwar auf der Basis von Ramsch-Wissenschaft." 

Natürlich ist in diesen Artikeln nirgendwo erwähnt, dass Heartland allein in den letzten zwei Jahren 200.000 Dollar von den Tabak-Giganten Altria (früher Philip Morris) und Reynolds American erhalten hat. In einem Brief an den Tabak-Konzern Philip Morris schrieb Bast 1999, um Spenden einzuwerben: "Weil Heartland so viel tut, um Philip Morris zu unterstützen – was sonst keine andere Organisation in dieser Weise tut –, hoffe ich, dass Sie ihre Unterstützung an uns in diesem Jahr auf 30.000 Dollar erhöhen. Wir bauen sehr auf Unternehmen wie Ihres."


(Foto: Romany WG, Graffity: Banksy)

Heute, mehr als zehn Jahre später, versucht Heartland die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass der Klimawandel nichts ist, über das man sich Sorgen machen müsste. Das Institut bedient sich hier aus der gleichen Trickkiste aus Zweifeln und Verunsicherung, die es schon bemüht hatte, um zu behaupten, dass Tabakrauch nicht schädlich sei. Wie sich herausgestellt hat, haben Tabakprodukte eine ganze Generation mit Lungenkrebs, Emphysemen und einer Vielzahl weiterer schwerer und vermeidbarer Krankheiten geschädigt.

Joseph Bast verlässt sich darauf, dass die europäischen Medien nicht wissen, was die Medien inzwischen in Nordamerika über Heartlands zwielichtige Partner herausgefunden haben. In den USA ist diese Organisation bei den meisten Medien mittlerweile vollständig diskreditiert.

Doch nun frage ich mich: Werden sich die Medien in Deutschland vom Heartland Institute und seinen neusten Attacken auf die anerkannte Wissenschaft beeindrucken lassen? Werden die deutschen Medien dem diesjährigen Kongress der Klimaleugner in München mit der gebotenen Skepsis begegnen – oder ihnen eine Plattform geben, mit der sie noch mehr Verwirrung und Zweifel säen können? Was glauben Sie?

Der Autor ist Mitarbeiter beim kanadischen DeSmogBlog – wir danken für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung. Übersetzung aus dem Englischen: Benedikt Bastong und Silvana Steiniger


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