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Klimakiller Kohle

Noch immer werden die meisten der 250 Großkraftwerke zur Stromerzeugung in Deutschland mit Kohle befeuert. Kohlekraft nimmt hierzulande einen Anteil von sage und schreibe 45 Prozent an der Stromerzeugung ein. Steinkohle und vor allem Braunkohle setzen bei ihrer Verbrennung besonders viel Kohlendioxid frei.

Selbst modernste Braunkohlekraftwerke emittieren zwei- bis dreimal mehr Kohlendioxid als moderne Gaskraftwerke. Ohne einen Wandel des Energiesektors – weg von der Kohle, hin zu erneuerbaren Energien, mit Gas als Übergangs-Energieträger – ist die bereits beschlossene Emissionsreduktion um 40 Prozent bis 2020 nicht erreichbar. 

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Gegen Braunkohletagebaue und Kohleverstromung hat sich nach dem Vorbild der Anti-Atomkraft-Bewegung eine neue Bewegung gebildet. (Foto: Greenpeace Polska/Flickr)

Während die Kohle-Lobby aus Großkonzernen wie RWE, Vattenfall oder Steag an ihrem klimaschädlichen Geschäftsmodell festhält, jedoch jede Antwort darauf schuldig bleibt, wie die Klimaziele erreicht werden können, mobilisieren soziale Bewegungen und Verbände seit einigen Jahren intensiv für einen sozial-ökologischen Wandel und die Abkehr von der Kohle.

Die Proteste der neuen Anti-Kohle-Bewegung vereinen zahlreiche Aktivitäten: Aktionen gegen Braunkohletagebaue, Petitionen für die Energiewende, Lobbyarbeit, juristischen Widerstand und Klimacamps, die seit 2009 jährlich an Tagebauen in der Lausitz oder dem Rheinland stattfinden. Als basisorientierte Zusammenkünfte richten Klimacamps ihre Aufmerksamkeit – etwa durch Workshops oder Aktionen – auf Blindstellen der Klima- und Energiepolitik. Neuerdings verbünden sie sich dabei mit der wachstumskritischen Bewegung. Umweltorganisationen wie Robin Wood, der BUND und die Grüne Liga Brandenburg sowie lokale Bürgerinitiativen engagieren sich für einen schnellen, aber sozial verträglichen Kohleausstieg.

Es lässt sich also auf verschiedene Weise und in vielen Regionen etwas gegen den "Klimakiller Kohle" tun.

(Weitere Adressen von Anti-Kohle-Initiativen veröffentlichen wir gern. Schreiben Sie uns!)

[Erklärung]  
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