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Handeln statt appellieren

Klimaschutz spielt im Wahlkampf keine Rolle – oder es geht um Scheinlösungen. Die Politik liefert gerade jede Menge Gründe, vom 18. bis 29. August zum Klimacamp ins Rheinland zu fahren oder eine der zahlreichen Aktionen zu unterstützen.

Paradox: In wenigen Wochen ist Bundestagswahl und über viele wichtige Zukunftsfragen wird gar nicht geredet. Zum Beispiel über Klimaschutz. Zwar ist die Autoindustrie endlich in den Blick gerückt, aber im Mittelpunkt stehen betrogene Autobesitzer und die Arbeitsplätze in der Branche, im besten Fall noch die Gesundheit der Stadtbewohner. 

BildSpaß haben und eine Alternative zur Spaßgesellschaft aufbauen: Beides zusammen geht im Klimacamp. (Foto: AusgeCO2hlt)

Dass der Autoverkehr der wichtigste Abnehmer von Erdöl ist, dessen Verbrennung die Erde ungebremst aufheizt und dessen günstiger Erwerb ein Kriegsgrund ist, scheint ein Problem von einem anderen Stern zu sein. Nicht einmal die Grünen sind sich über einen schnellen "Ölausstieg" auf den Straßen einig.

Kaum besser läuft es beim Kohleausstieg. Die Regierungsparteien wollen das Wort nicht in den Mund nehmen und die Ökopartei hat ein Szenario ins Wahlprogramm geschrieben, das einige ihrer Spitzenpolitiker nur halbherzig vertreten, obwohl es immer noch nicht ehrgeizig genug ist, um den Klimawandel wirklich zu stoppen.

Die Klimabewegung hat also viele Gründe, für diesen Monat zum Handeln aufzurufen. Vom 18. bis 29. August findet im Rheinland nicht nur das traditionelle Klimacamp statt, sondern auch das BUNDjugend-Camp, die Degrowth-Sommerschule und weitere Treffen – inklusive Workshops, Kunst und neuer Aktionen des Bündnisses Ende Gelände gegen den Braunkohleabbau.

Zwölf Tage gemeinsames Lernen, Diskutieren und Protestieren im Rheinischen Braunkohlerevier – quasi neben dem Schaufelradbagger – sollen dem Kohlekonzern RWE und der Politik zeigen, wie ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen aussieht. Die Camper wollen die klimafreundliche Vernetzung voran- und den klimaschädlichen Kohle-Betrieb durcheinanderbringen.

Wie die Camps wird auch das Spektrum der Aktionen im Rheinischen Braunkohlenrevier breiter. Neben Ende Gelände ist eine gewaltfreie Sitzblockade "Kohle erSetzen!" geplant, das Netzwerk Animal Climate Action lädt zu einer Fahrraddemo im Revier ein und die Initiative Zucker im Tank will effektive Kleingruppenaktionen unterstützen.

Auch die Umweltverbände rufen diesmal zu Aktionen auf und veranstalten selbst am 26. August eine Menschenkette, um der Kohle die "roten Linien" aufzuzeigen.

BildRote Linie gegen die Kohle: Wie schon an vielen anderen Orten der Welt wollen Menschen am 26. August am Hambacher Forst markieren, wo die Grenzen des für den Planeten Ertragbaren liegen. (Foto: @infozentrale/​Flickr)

Wer überzeugt ist, dass Wahlen und Petitionen für die Klimawende nicht ausreichen, kann also hier und jetzt etwas bewirken.

(Und wer will, kann sogar schon in der ersten Augusthälfte zum "Aufwärmen" die Klimacamps in Schweden, Frankreich und Belgien besuchen.)

Lesen Sie hier unseren Hintergrund: Ein Sommer der Klimacamps

[Erklärung]  
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