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Klimacamps europaweit

In Deutschland und seinen Nachbarländern hat die Klimacamp-Saison begonnen. Es geht um Begegnung, Wissensvermittlung und Aktionen für eine echte Energiewende, aber auch um Alternativen zum Wachstumszwang. In den Sommercamps soll zudem das richtige Leben im falschen ausprobiert werden.

Der Sommer in Europa wird nicht langweilig. Das zeigt ein Blick in den Kalender der Klimacamps und Aktionen für die Energiewende. Die Camps sind dabei nicht nur Orte für Protest und Vernetzung, sondern auch Diskussionsplattformen und Experimentierfelder für sozial-ökologische Lebensweisen und respektvolles Miteinander.

BildWer den Klimawandel stoppen will, muss nicht nur die Energieerzeugung, sondern auch die Gesellschaft verändern – das ist Konsens in der europäischen Klimabewegung. (Foto/Plakat: Limity jsme my)

Schon Ende Mai gab es das Lausitzcamp – diesmal als Radtour – und das österreichische Klimacamp bei Wien, wichtige Termine folgen aber in der zweiten Junihälfte.

Um grundsätzliche Alternativen für Klima und Gesellschaft geht es vom 14. bis 18. Juni beim selbstorganisierten Mastamo-Sommercamp in Dortmund. "Machen statt motzen" ist dort das Motto für junge Menschen, die nicht auf die große Transformation warten, sondern gleich anfangen wollen.

Das allererste Klima-Camp in Tschechien organisiert die Bewegung Limity jsme my (Wir sind die Grenzen) vom 21. bis 25. Juni unweit der nordböhmischen Bergbaustadt Most, wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Gewaltfrei soll der Betrieb eines Bergwerks oder Kohlekraftwerks in der Region behindert werden. Aus Deutschland und anderen Ländern fahren Busse nach Most.

Ebenfalls vom 21. bis 25. Juni treffen sich in Mecklenburg Menschen zum "Move Utopia", um über eine Gesellschaft ohne Verwertungslogik, Konkurrenzkämpfe, Leistungsdruck und Diskriminierung nachzudenken.

Um die Steinkohle- und Ölimporte nach Europa geht es beim Klimacamp vom 22. bis 26. Juni im Hafen von Amsterdam, dem zweitgrößten Kohlehafen Europas und größten Benzinhafen der Welt. Das niederländische Bündnis Code Rood (Alarmstufe Rot) ruft europaweit zum zivilen Ungehorsam gegen die Fossil-Industrie auf. Am 24. Juni sollen Teile des Hafens besetzt und der Brennstoff-Umschlag gestoppt werden.

Am 25. Juni, dem letzten Sonntag des Monats, wollen Zehntausende Menschen eine fast 100 Kilometer lange Menschenkette vom Standort des belgischen Atomkraftwerks Tihange über Lüttich und das niederländische Maastricht nach Aachen bilden. Die Initiatoren der trinationalen "Kettenreaktion Tihange" fordern damit die sofortige Abschaltung der Skandal-AKWs Tihange 2 und Doel 3.

Am 1. Juli geht es weiter mit "Rolling Resistance" in Lancashire. In der nordwestenglischen Grafschaft soll die Fracking-Anlage Preston New Road, das erste Horizontalfracking-Projekt Großbritanniens, in Betrieb gehen. Das Bündnis Reclaim the Power ruft dazu auf, vom 1. bis 30. Juli den lokalen Widerstand zu unterstützen. Geplant sind unter anderem eine Massendemonstration und Blockadeaktionen.

Zum Gipfel der 20 größten Industrie- und Schwellenländer in Hamburg planen die Umweltverbände eine "G20-Protestwelle" am 2. Juli, vom 5. bis 8. Juli folgen Aktionstage mit Alternativgipfel und Großdemonstration.

Für das Internationale Anti-Atom-Sommercamp vom 17. bis 23. Juli im Städtchen Döbeln in Sachsen haben sich Teilnehmer aus 20 Ländern angemeldet. Es geht um die "Uran-Spirale" und den weltweiten Widerstand gegen AKW-Neubaupläne und Laufzeitverlängerungen.

In der gleichen Woche sowie Ende September gibt es Klimacamps in Bern und in der ersten Augusthälfte in Schweden, Frankreich und Belgien. Vom 18. bis 29. August finden im Rheinland das traditionelle Klimacamp und das BUNDjugend-Camp statt – mit Vernetzungstreffen, Degrowth-Sommerschule, Kunst und neuen Aktionen des Bündnisses Ende Gelände gegen den Braunkohleabbau.

[Erklärung]  
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