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Energiewende selber machen

Gegen das bundespolitische Umschwenken von der Bürger- zur Konzern-Energiewende stemmt sich eine Initiative von Energiebürgern: Ökoenergie soll dezentral und demokratisch erzeugt werden. Die Energiewende ohne die Bundesregierung fortsetzen – etwas Ähnliches wollen auch Aktivisten in den USA erreichen.

"Wir wollen den Strom selbst erzeugen – klimafreundlich und sozial." Mit dieser Forderung wendet sich das Bremer Manifest, eine Initiative des Bündnisses Bürgerenergie, an die Öffentlichkeit. Eine dezentrale und demokratische Energiewende sei ein gesellschaftliches Vorhaben ersten Ranges, das dem Klimaschutz und dem Gemeinwohl diene. Das Bündnis will erreichen, dass Energiedemokratie zu einem wichtigen Thema im Bundestagswahlkampf wird.

BildBürgerenergie: Als es den Begriff noch gar nicht gab, zeigten engagierte Bürger den Energiekonzernen, dass Erneuerbare funktionieren. Heute geht es darum, das Erreichte nicht wieder herzugeben. (Foto: Jörg Farys)

Eine regionale Energieversorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien stärke die Regionen und verbinde die Menschen, betonen die Energiebürger. Die Preisvorteile der Erneuerbaren würden immer größer, sie müssten aber allen Bürgern zugutekommen, nicht wie bislang nur den Energiekonzernen. Das Bremer Manifest will deshalb ein Dach für Menschen, Organisationen und Unternehmen bieten, die sich gemeinsam mit anderen für die Bürgerenergiewende einsetzen wollen.

Die Initiatoren des Manifests sind alle selbst für die Bürgerenergie tätig und hatten sich im Herbst in Bremen zusammengefunden, unmittelbar vor dem dritten bundesweiten Bürgerenergie-Konvent. Auf dem Konvent verteidigte Wirtschaftsstaatssekretär Rainer Baake als Gastredner seine umstrittene EEG-Novelle, die heute in Kraft tritt. Das EEG 2016, inzwischen umbenannt in EEG 2017, stellt nach Ansicht vieler Energiebürger die Weichen von der Bürger- zur Konzernenergiewende.

USA: Klimaschutz "an Trump vorbei"

Nicht nur in Deutschland, auch in den USA mehren sich die Aufrufe, die Energiewende ohne die Bundesregierung fortzusetzen. Als Antwort auf die Wahl des Klimaskeptikers und Fossil-Lobbyisten Donald Trump zum Präsidenten haben Bundesstaaten wie Kalifornien und New York sowie zahlreiche Städte und Unternehmen ihre Klimaziele höhergesteckt.

Daraus soll eine landesweite Bewegung zum Erreichen des US-Klimaziels "an Trump vorbei" werden: Einen entsprechenden Aufruf an Gouverneure, Bürgermeister und Firmenchefs auf der Petitionsplattform Avaaz haben weltweit schon fast eine Million Menschen unterstützt.

BildEnergiewende selbst gemacht, hier im US-Bundesstaat Ohio: Inzwischen sind Erneuerbare so günstig, dass wieder Eigeninitiative gefragt ist. (Foto: Alex Snyder/​Wayne National Forest Service/​Flickr)

Hier können Sie das Bremer Manifest für eine demokratische, dezentrale Energiewende unterstützen

Und hier die weltweite Petition für Klimaschutz ohne Trump unterzeichnen

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