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"Fünf Minuten Welt retten"

"Klima sucht Gewinner!" So heißt ein gemeinnütziges Gewinnspiel, das vor Kurzem gestartet wurde. Kerngedanke des im Bochumer Energieeffizienzzentrum entwickelten Projekts ist, die Mitspieler in lockerer Form zu mehr Energieeffizienz im Haushalt zu motivieren.

Energiesparen und Investitionen in Energieeffizienz sind für viele Verbraucher unattraktiv, weil sie Aufwand und Verhaltensumstellung bedeuten, aber den Einzelnen kaum sichtbare Erfolge bringen. Dieses Motivationsdefizit will "Klima sucht Gewinner" gewissermaßen umpolen und Spielspaß, Wettbewerb und Gewinnaussichten für die Energiewende fruchtbar machen.

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Energie sparen macht mehr Spaß zusammen mit anderen und wenn man dabei sogar noch was gewinnen kann. (Foto: klima-sucht-gewinner.org)

"Wir beschreiten damit einen in anderen Zusammenhängen altbewährten, im Hinblick auf den Klimaschutz aber bislang noch unkonventionellen Weg", sagt Stephan Wagner, Projektleiter und Geschäftsführer des gemeinnützigen Veranstalters Ecogames. Die Macher wollen so zumindest einen Teil der riesigen Klimaschutzpotenziale erschließen, die bei der Energieeffizienz im Haushalt "vor sich hin schlummern".

"Klima sucht Gewinner" ist kein Lotto, sondern ein Strategiespiel. Bei dem Jahres- und demnächst Monatsquiz bekommen die Mitspieler Punkte, wenn sie weniger Energie zu Hause verbrauchen und mehr Energie umweltfreundlich selbst erzeugen. Bei diesem Gewinnquiz messen sie sich mit anderen Teilnehmern ihrer Gruppe und können in einer Rangliste auf- oder absteigen.

Das Projekt hat noch eine zweite "Säule". Die Rubrik "Fünf Minuten Welt retten" bringt den Teilnehmern unbekannte Umweltaspekte des täglichen Lebens nahe und vermittelt einfach umzusetzende Verhaltensalternativen im Alltag. Auch hier ist der Ansatz ein positiv-spielerischer. Jeden Tag beschäftigen sich die Teilnehmer fünf Minuten mit Umweltthemen – demnächst soll das noch einfacher sein, wenn das Spiel auch als Smartphone-App erscheint. Der Anreiz besteht darin, dass genau dieses Wissen beim Gewinnquiz zählt.

Auch wer nicht gewinnt, soll Plus machen

Das Projekt zielt dabei auf die relativ breite Gruppe derer, die bislang aus eigenem Antrieb wenig Interesse für Klima- und Umweltschutz aufbringen können. Hinter dem Spiel stehen weder ein Energiekonzern noch der Staat – die Gewinne werden wie bei anderen Gewinnspielen auch aus den Teilnahmegebühren gebildet, die jährlich zehn Euro pro Energiesparkategorie – Heizen und Strom – betragen. Der besondere "Kniff" ist dabei, dass so ein Betrag bei durchschnittlichen Kostensenkungspotenzialen im dreistelligen Bereich in aller Regel locker wieder eingespielt werden kann, wenn man sich auch nur ein wenig auf die Energiesparvorschläge einlässt.

Zudem ist die Gewinnausschüttung im Vergleich zu anderen gemeinnützigen Gewinnspielen sehr hoch, weil das Spiel seine gemeinnützigen Zwecke Energiesparen und Umweltaufklärung selbst verwirklicht und deshalb keine nennenswerten Beträge für externe Förderprojekte abgeführt werden müssen.

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Hier denken sich Experten Energiewende-Projekte aus, die auch Spaß machen und unserem Sinn fürs Materielle entgegenkommen: Das kommunale Energieeffizienzzentrum Bochum (EEZ). (Foto: klima-sucht-gewinner.org)

[Erklärung]  
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