Anzeige

Appell für mehr Windenergie

Manchmal muss man sich direkt an seine Politiker wenden, um wichtige Interessen durchzusetzen. Zum Beispiel, wenn Horst Seehofer – alias "der bayerische Don Quijote" – seinen langjährigen Kampf gegen Windräder fortsetzt. Die Kampagne "Rückenwind für Bayern" hält dagegen. Und in Nordrhein-Westfalen soll Hannelore Kraft endlich von neuen Kohlekraftwerken lassen. Jede Unterschrift zählt.

"Windkraft in Bayern retten – Auf Zukunft setzen": So lautet das Motto der Kampagne "Rückenwind für Bayern", die von Energiegenossenschaften, Verbänden und Unternehmen Ende Juli gestartet wurde. In einem Appell fordern die Initiatoren Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) dazu auf, Wort zu halten. Sie fordern, "die ökologische Energiewende in Bayern ohne Wenn und Aber voranzubringen". Bürger aus Bayern, aber auch Sympathisanten aus anderen Bundesländern können den Appell an Horst Seehofer online unterzeichnen.

Foto
Immer wieder bemühen Gegner der Windkraft das Scheinargument "Verspargelung der Landschaft". Für eine zukunftsfähige Energieversorgung ist Windenergie aber ein wesentlicher Pfeiler. (Foto: Vestas)

Der Hintergrund: Anfang Juli hatte Horst Seehofer eine Bundesratsinitiative für eine neue Abstandsregelung beim Bau von Windkraftwerken angekündigt. Seehofer, der noch vor zwei Jahren für Bayern eine Vorreiterrolle bei den Erneuerbaren prophezeit hatte, will nun neue Mindestabstände von Windenergieanlagen zu Siedlungen einführen, die das Zehnfache der Anlagenhöhe betragen sollen. Zu viel, sagen die Initiatoren und Sympathisanten von "Rückenwind für Bayern".

Denn bei modernen Anlagen von 200 Metern Höhe würden die Abstände zu Wohngebieten mit dieser Regelung 2.000 Meter betragen. Zudem wurden erst im Winderlass von 2011 Mindestabstände von 800 Metern zu allgemeinen Wohngebieten und 500 Metern zu Misch- oder Dorfgebieten festgelegt.

"Eine pauschale Abstandsregelung vom Zehnfachen der Anlagenhöhe ist eine massive Einschränkung des eben erst gestarteten Ausbaus der Windenergie in Bayern", betont Hubert Weiger, Vorsitzender beim Bund Naturschutz in Bayern. Gisela Hofmann, Erste Bürgermeisterin der oberfränkischen Gemeinde Königsfeld, pflichtet ihm bei: "Mit Windkraft und alternativen Energieformen kann nun die Chance genutzt werden, die Stromerzeugung dezentral aufzustellen und damit auch die Gewinne in der Fläche zu verteilen."

Appell für die Energiewende auch in Nordrhein-Westfalen

Auch in anderen Bundesländern wenden sich Bürger direkt an ihre Volksvertreter, um für grüne Energien einzutreten. Mit der Kampagne "Kein grünes Licht für Klima-Killer" fordern die Aktivisten von Campact Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, zu einem klaren Statement zur Planung des Eon-Kohlekraftwerks Datteln 4 auf: "Die Landesplanung verbietet ein Kohlekraftwerk an der jetzigen Stelle. Stehen Sie zu Ihrem Wort: Lehnen Sie Sonderregeln für eines der größten Klima-Killer-Projekte Deutschlands ab!" Über 15.000 Menschen haben den Appell schon unterzeichnet.

Auch bei "Rückenwind für Bayern" sind nach nur einer Woche schon über 2.000 Unterstützer zusammengekommen. "Möglichst vor der Bundestagswahl wollen wir den Appell in der Staatskanzlei an Horst Seehofer überreichen", erklärt Lena Dohmann, Sprecherin der Kampagne, gegenüber klimaretter.info. "Über den enormen Zuspruch in so kurzer Zeit sind wir aber schon jetzt sehr froh", sagt Dohmann. Und: "Es dürfen gern noch mehr werden."

HIER können Sie den Appell an Horst Seehofer unterschreiben

und

HIER den Appell an Hannelore Kraft

[Erklärung]  
blog comments powered by Disqus

Anzeige

Anzeige

Kolumnen

Alle Kolumnen lesen
Alle Herausgeber-Interviews lesen