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Energie tanken und das Klima retten

Wer die Wahl hat: Gleich sechs Sommercamps in ebenso vielen Bundesländern bietet der Juli, ein weiteres der August. Gegen Klimawahnsinn und für Energiegerechtigkeit, für gutes Leben und gegen Massenställe. 

Ein heißer Sommer hat begonnen: Energie tanken ist das Motto bei einer ganzen Palette von Klima-, Energie- und Umwelt-Camps in verschiedenen Bundesländern. Wer Gleichgesinnte treffen, sich in Workshops theoretisch und praktisch fortbilden und bei selbstgemachten Aktionen und Kulturereignissen dabei sein will, ist hier vollkommen richtig – und auf jeden Fall besser dran als mit einer Flugreise plus CO2-Kompensation. 

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Bei den Klimacamps geht es auch darum, den Kohlekonzernen RWE und Vattenfall zu zeigen, dass ihre Tagebau- und Kraftwerks-Pläne nicht mehr hingenommen werden. Hier bei der Demo 2012 in Cottbus. (Foto: Nick Reimer)

Vom 13. bis 21. Juli findet in Proschim bei Cottbus im Niederlausitzer Braunkohlerevier das 3. Lausitzer Klima- und Energiecamp statt. Das Workshop-Programm des Lausitzcamps ist breit gefächert, die Verköstigung pflanzlich. Von Klima- und Energiethemen über Natur- und Tierschutz bis zu Globalisierung und Migration reicht das Spektrum. Natürlich geht es um einen schnellen Ausstieg aus der Vattenfall-Kohle, aber auch um Klimapolitik von unten, Energiegerechtigkeit und Energiesouveränität. In der Niederlausitz sind schon 186 Dörfer ganz oder teilweise weggebaggert worden, viele davon im Gebiet der sorbischen Minderheit. Die riesigen Abraumwüsten wurden nur oberflächlich renaturiert. Gleich daneben stehen Top-Klimakiller wie das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde. 

Vom Lausitzcamp startet am 21. Juli die Reclaim Power Tour mit dem Fahrrad in Richtung Rheinland. Ab Mitte August gibt es auch noch eine Südroute von Freiburg und Stuttgart.

Vom 23. August bis 7. September findet nämlich auf einer wunderbaren Obstwiese in Kerpen-Manheim bei Köln das Klimacamp im Rheinland statt. Zwei Wochen Aktionen und gemeinsames Lernen sollen auch hier den klimaschädlichen Kohle-Betrieb durcheinander- und die klimafreundliche Vernetzung voranbringen und dem Kohlekonzern RWE zeigen, wie sinnvolle Landnutzung wirklich aussieht. Das Themenspektrum ist ähnlich wie beim Lausitzcamp.

Die Tierschutz- und Tierrechtsszene trifft sich vom 11. bis 16. Juli bei Nienburg/Weser zum Aktionscamp gegen Tierfabriken. Die Massenställe haben mehr mit Klimaschutz (oder genauer der Abwesenheit von Klimaschutz) zu tun als viele denken. 

Auch ein Anti-Atom-Camp wird es wieder geben: Vom 19. bis 27. Juli in Metelen im Münsterland. Ein buntes Gemisch aus Aktionen, Arbeitsgruppen und Kultur ist angekündigt. 

Friedensaktivisten und Antimilitaristinnen treffen sich zum zweiten WarStartsHereCamp in der Letzlinger Heide bei Magdeburg vom 21. bis 29. Juli. Die "Freie Heide" lässt grüßen, denn auch hier geht es um ein Kriegsübungsgelände. 

Beim diesjährigen Sommercamp der Naturfreundejugend vom 22. bis 28. Juli in Waltershausen bei Erfurt geht es um nichts weniger als Herrschaft im gesellschaftlichen Alltag. Neben Workshops, Filmen und Debatten sind aber auch Badespaß und Nichtstun versprochen – um herauszufinden, wie das schöne Leben aussehen könnte.

"Globalisierung 2.0" ist das Thema der diesjährigen Attac-Sommerakademie vom 24. bis 28. Juli in Hamburg-Bergedorf. Ein Themenbereich heißt Klimagerechtigkeit. Auch bei Attac kommen – wie in allen Camps – Kultur und Spaß nicht zu kurz. 

Eine etwas ausführlichere Übersicht hat übrigens die Tageszeitung taz geschaltet. Nun bleibt wirklich nur noch eins: die Qual der Wahl.

[Erklärung]  
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