Obama stoppt Teersand-Pipeline - vorerst
Die US-Klimabewegung meldet einen Sieg: Nach monatelangen Protesten hat die Obama-Regierung weitere Prüfungen für das umstrittene Pipeline-Projekt "Keystone XL" verfügt. Der Bau sei damit, so die Bewertung etwa der New York Times, mindestens bis zum Jahr 2013 aufgeschoben. Es sei "praktisch tot", sagt Bill McKibben von der Kampagnenorganisation 350.org.

Erst am vergangenen Wochenende hatten mehr als 10.000 Demonstranten das Weiße Haus umzingelt. Sie protestierten gegen den Bau der 2.750 Kilometer langen Pipeline, die von Kanada aus in die Vereinigten Staaten führen und ab 2013 täglich rund eine halbe Million Barrel Öl liefern soll. Der Rohstoff soll aus Teersanden gewonnen werden - dabei aber werden riesige Mengen an Energie und Wasser benötigt, während des Produktionsprozesses wird bis zu viermal mehr Treibhausgas emittiert als bei der Förderung von herkömmlichem Erdöl. Umweltschützer bezeichnen Teersand deshalb als "Carbon Bomb", als Kohlenstoffbombe.
Im Rahmen der nun angeordneten erneuten Prüfung sollen unter anderem alternative Routen für die Pipeline untersucht werden. "Explizit wurde auch der Klimawandel als Faktor genannt, der beim neuen Review berücksichtigt werden soll", betont Campaigner McKibben. "Wenn ehrlich vorgegangen wird, gibt es keine Chance, dass eine Pipeline die Umweltprüfung übersteht, die bei der Erschließung der zweitgrößten CO2-Quelle der Welt helfen würde."
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