Nobelpreisträger schreiben Obama
Ungewohnte Post für Barack Obama: Neun Kollegen fordern den Friedensnobelpreisträger auf, den Bau der Pipeline Keystone XL durch sein Veto zu stoppen. Im Juli hatten im US- Repräsentantenhaus 279 Abgeordnete für die Pipeline votiert, 147 lehnten das Projekt ab. Die kanadische Regierung hat das ökologisch und wirtschaftlich umstrittene Projekt längst abgesegnet. Damit kann nur noch Obama die Leitung verhindern - nicht als Friedensnobelpreisträger, aber als US-Präsident. Durch die Pipeline soll aus Teersand gewonnenes Erdöl vom Süden der kanadischen Provinz Alberta bis nach Texas transportiert werden.
Neun Friedensnobelpreisträger haben nun Obama ihre Argumente gegen die Pipeline aufgeschrieben. Keystone XL stelle ein Umweltrisiko dar und bedeute eine Kehrtwende zurück zu umweltschädlichem Erdöl aus Teersand. "Wir fordern Sie auf, das Projekt abzulehnen und stattdessen auf regenerative Energien und grüne Transportwege zu setzen", heißt es nach Berichten kanadischer Medien im Schreiben der Friedensnobelpreisträger.
Neben dem Dalai Lama und Bischof Desmond Tutu hat die iranische Menschenrechtlerin Shirin Ebadi den Brief unterzeichnet, die irische Friedensaktivistin Betty Williams, die den Friedensnobelpreis mit der ebenfalls unterzeichnenden Mairead Corrigan-Maguire 1976 verliehen bekam, außerdem Jose Ramos-Horta aus Ost-Timur sowie US-Amerikanerin Jody Williams, die den Friedensnobelpreis 1997 für ihren Kampf gegen Landminen verliehen bekommen hatte. Ebenso unterzeichneten die Guatemaltekin Rigoberta Menchu Tum, 1992 mit dem Friedensnobelpreis für ihr Engagement zugunsten der Ureinwohner geehrt und der Argentinische Bildhauer und Bürgerrechtler Adolfo Perez Esquivel.
TransCanada, das Unternehmen, das die Pipeline bauen will, hat sich seinerseits jedoch auch prominente Befürworter ins Boot geholt. So machen sich Hillary Clinton und der frühere Präsidentschaftskandidat John Kerry für die 2.700 Kilometer lange Röhre stark. Bei jüngsten Protesten gegen das Projekt wurden vor dem Weißen Haus mehr als 1.200 Demonstranten verhaftet.

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