Nachschub für Niederaußem blockiert
Klimaschützer haben die RWE-eigene Hambachbahn blockiert. Die Schienenstrecke versorgt das größte und klimaschädlichste Kraftwerk Deutschlands mit Braunkohle aus dem nahegelegenen Tagebau. Die Kohleversorgung war für mehr als zehn Stunden unterbrochen.
Aus Kerpen-Manheim Hanno Böck
In den frühen Morgenstunden hat sich heute eine Gruppe von circa 80 Menschen vom nahegelegenen Klimacamp in Kerpen-Manheim auf den Weg gemacht, um die Hambachbahn zu erreichen. Die private Bahnstrecke von RWE dient ausschließlich der Versorgung der Kraftwerke im rheinischen Revier mit Kohle aus dem Tagebau Hambach.

Klimaschützer auf den Gleisen bei Buir. (Foto: Böck)
Vorbei an der Autobahn A 4 erreichten die Klimaschützer unbehelligt die Bahnstrecke - vier RWE-Securities schliefen in ihrem Wagen neben der Strecke. Die Kochgruppe Le Sabot hat die Blockierer während der Aktion mit Essen versorgt. Derweil beschäftigen sich die Schienenblockierer mit Massage- und Jonglierworkshops auf den Gleisen. Nach über zehn Stunden Blockade räumten die Aktivisten freiwillig die Schienen. RWE hat mitgeteilt, dass aufgrund der Blockade eine Brikettfabrik ihre Arbeit einstellen musste. Der Betrieb der Kraftwerke sei jedoch nicht gefährdet gewesen, da die Kohlebunker im Vorfeld gefüllt worden waren - man hatte mit derartigen Aktionen gerechnet.
Wenn die Hambachbahn blockiert ist, ist der Nachschub für das Kohlekraftwerk Niederaußem unterbrochen. Niederaußem ist mit fast 4.000 Megawatt das größte Kraftwerk Deutschlands. Regelmäßig hält es noch einen weiteren Rekord: Es ist das Dreckigste aller Kraftwerke hierzulande - nirgendwo wird mehr Kohlendioxid pro Kilowattstunde Strom ausgestoßen.
Im rheinischen Braunkohlerevier befindet sich mit den vier Kohlekraftwerken Neurath, Niederaußem, Weisweiler und Frimmersdorf die größte Kohlendioxid-Quelle Europas. Drei Tagebaue - Garzweiler, Hambach und Inden - versorgen die Kraftwerke mit Braunkohle. Durch den weiteren Aufschluss des Tagebaus Hambach sollen die Autobahn A 4 sowie die Hambachbahn verlegt werden.

Kohlezüge von RWE auf der Hambachbahn. (Foto: A. Savin, Wikimedia Commons)
Eine Bürgerinitiative im Ort Buir, an dem Straße und Schiene nach einem weiteren Aufschluss unmittelbar vorbeiführen würden, befürchtet neben der Lärmbelastung durch die Autobahn vor allem die Belastung durch Feinstaub - die Kohle wird in offenen Wägen transportiert, der Bereich links und rechts der Schiene ist von Braunkohle geschwärzt.
Das Klimacamp selbst findet im Ort Manheim statt, der als nächster für RWEs Kohlepläne geräumt werden soll. Noch leben in Manheim etwa 1.600 Menschen, wenn es nach RWE geht, soll der Ort ab 2013 umgesiedelt werden.
Guter Journalismus kostet
Sie können die Texte auf klimaretter.info kostenlos lesen. Erstellt werden sie jedoch von bezahlten Redakteuren. Unterstützen Sie den Klimaretter-Förderverein
Klimawissen e. V. einmalig durch eine Spende oder dauerhaft mit einer Fördermitgliedschaft.
Spendenkonto
Die Schlagzeilen um 13 Uhr
In dieser Woche am meisten gelesen
Meinungen: Rezension
Die Übermacht der fossilen Industrie In Bonn wird auf der UN-Frühjahrstagung gerade wieder über das Klima verhandelt. Ein umweltverträglicher Kapitalismus ist jedoch nicht abzusehen. Aber auch die Kritiker tun sich schwer - ihnen fehlen die Alternativen. Eine Rezension von Felix Werdermann [mehr...]
Meinungen: Standpunkte
"Altmaier muss die Energiewende retten" Nun ist es amtlich: Der Bundespräsident hat Norbert Röttgen (CDU) entlassen und Peter Altmaier (CDU) seine Ernennungsurkunde zum Umweltminister überreicht. Dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nun einen ihrer engsten Vertrauten für das Projekt Energiewende ins Rennen schickt, ist wichtig für die Kontiunität der Energiewende und für das Kräftespiel zwischen Wirtschafts- und Umweltministerium, findet klimaretter.info-Herausgeber Gero Lücking. [mehr...]
Jahrestag
Das Fukushima-Dossier
11. März 2011: Die Welt wird mit Stärke 9 erschüttert, fast 20.000 Menschen sterben. Die Atomanlagen havarieren, ein politischer Tsunami folgt. Kanzlerin Merkel ändert binnen 7 Monaten ihre Politik komplett, die Welt diskutiert die Atomkraft. Zum Jahrestag präsentiert klimaretter.info jenes Dossier, das damals im Nachrichtendschungel Orientierung gab. [mehr]
Aktion des Monats Das Netzwerk Friends of the Earth hat eine Europäische Bürgerinitiative für den EU-weiten Atomausstieg gestartet. BUND-Hubert Weiger, einer der Initiatoren sagt, mit der Volksinitiative habe man "jetzt endlich eine greifbare Möglichkeit, den Weg in eine sichere und saubere Energiezukunft zu ebnen". Nutzen wir sie! [mehr] | Zu Ihrem Vorteil Sie lesen uns gerne und regelmäßig? Sie finden unser Angebot interessant, hilfreich und erhellend? Dann müssen Sie uns helfen! Unabhängiger Journalismus kostet Geld, und wenn RWE, Vattenfall, die CDU oder die Netzbetreiber nicht dafür zahlen, dann doch wohl Sie! Abonnieren Sie uns, für 3, 5 Euro oder 50 im Monat, für 100 Euro im Jahr - oder "Flattrn" Sie uns [mehr...] |
Klimaretter-Jobbörse
Die Pioniere der Energiewende
Ein Elektroingenieur für den Bereich Netzanschluss gesucht? Einen Sicherheitsexperten für die Windkraft? Eine Klimaberaterin für die Verbraucherzentrale in Mainz? Auf der klimaretter.info Jobbörse werden viele spannende Jobs zur Energiewende angeboten. [mehr]
Lexikon Was eigentlich ist TREC und was die COP? Wie berechnet sich der Heizwert und wie die Wärmestrahlung? Wie funktioniert Contracting, wie ein Smart Grid? Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie in unserem Lexikon zum Stöbern - und Nachfragen [mehr] | Klimaretter-Beichtstuhl Na, doch wieder einmal schwach geworden? Doch wieder eine unnötige Strecke mit dem Auto gefahren? Doch wieder ins Flugzeug gestiegen? Fehler zu (be)kennen, ist der erste Schritt zur Besserung: Erzählen Sie einfach sich, was Sie bereuen. Und warum. Sie werden sehen: Das erleichtert! Nutzen Sie einfach unseren "klimaretter.info-Beichtstuhl". [mehr...] |
Deutsche Stahlwirtschaft: Pure Panikmache
DB mobil, die Kundenzeitschrift der Bahn, ist eine honorige Publikation. Erstens beträgt ihre Auflage mehr als 500.000 Stück, nur wenige Magazine bewegen sich in diesen Größenordnungen. Zweitens ist die Zeitschrift gut gemacht. Im Maiheft geht es beispielsweise um Elektromobilität, die[…] [mehr...]Mehr vom Lügendetektor
Klimaretter-Dossiers
Die Gesetze der Energiewende - Eine Analyse
Atomkraft weltweit - Die Welt nach Fukushima
Der GAU von Tschernobyl - 25 Jahre später
Atomunfall in Japan - Das Unglück von Fukushima
E10 und das Politikversagen - Wie es jetzt weiter geht
Das Zwei-Grad-Ziel - Ist die Erderwärmung zu stoppen?
Anpassungsstrategie - Das Meer steigt
Fussball-WM 2010 - Afrika im Klimawandel
Ausgekohlt - Wie Kohlekraftwerke kippten
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
Bundestagswahl 2009 - Klima nur Nebensache
Merkels Klimabilanz - Bilanz der Meseberg-Beschlüsse
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung
Beichtstuhl - Wen das Gewissen plagt
Kopenhagen ABC - Deshalb gibt es COPs und MOPs
Klimakonferenz-Specials
Durban Dezember 2011 - COP17 in Südafrika
Berlin Juli 2011 - Petersberger Dialog ohne Ergebnis
Bonn Juni 2011 - Kein Frühling auf der Frühjahrstagung
Bangkok April 2011 - Verwaltung statt Klimarettung
Cancún Dezember 2010 - Hoffnungszeichen in Mexiko
Tianjin Oktober 2010 - Letzte Konferenz vor Cancún
Bonn August 2010 - Die Sommerkonferenz
Bonn Juni 2010 - Noch mehr Stillbeschäftigung
Bonn April 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel April 2010 - Cochabamba
Dezember 2009 - Kopenhagen Countdown
Kopenhagen Dezember 2009 - COP15
Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
Bangkok Oktober 2009 - Feinschliff am Text
Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznan Dezember 2008 - Der 14. Klimagipfel COP14
Bali Dezember 2007 - Der 13. Klimagipfel COP13





Braunkohlegegner protestieren gegen die Abholzung des Waldes, der für Deutschlands größten Tagebau weichen soll
Nach verschiedenen Experimentierphasen geht Pilotanlage am Kohlekraftwerk Niederaußem in Langzeitbetrieb bis 2013
Unweit der Abbruchkante des Braunkohletagebaus Garzweiler 2 veranstaltet die BUNDjugend ihr diesjähriges Klimacamp. Borschemich – nirgendwo in Deutschland wird mehr Kohlendioxid produziert. Im Oktober ist ein Aktionstag geplant.
WWF: Von den zehn klimaschädlichsten Kraftwerken in Europa stehen sieben in Deutschland
Vom 12. bis 16. Oktober finden weltweit Aktionen für Klimagerechtigkeit statt - ausgerufen von indigenen Bewegungen in Amerika und dem Netzwerk Climate Justice Action. Höhepunkt hierzulande soll eine Aktion im rheinischen Braunkohlerevier werden.
Braunkohle ist der mit Abstand klimaschädlichste Energieträger. Mit seinem Plan, im nordrhein-westfälischen Niederaußem ein neues Kraftwerk zur Braunkohleverstromung zu errichten, sorgt der Essener Konzern RWE für einen weiteren Konfliktfall in der rot-grünen Energiepolitik des Landes. Umweltschützer kritisieren die regierende Ökopartei, auch an der Basis rumort es.
Klimaaktivisten planen im kommenden Jahr zwei Klimacamps in Deutschland: im Rheinland und in Brandenburg
Kerpen-Manheim ist nur wenige Kilometer von der Kante des Tagebaus Hambach entfernt. Hier campten etwa 300 Menschen eine Woche lang gegen die Braunkohlepläne von RWE – inklusive einer Blockade der konzerneigenen Hambachbahn. Das rheinische Klimacamp bot viele Gelegenheiten, mit den vom Tagebau betroffenen Menschen – baldige oder ehemalige Umsiedler und Randbetroffene – in Kontakt zu kommen.
Auch in Frimmersdorf könnten neue Braunkohlekraftwerke gebaut werden
Mit dem neuen 1.100-Megawatt-Kraftwerk in Niederaußem im Rheinischen Braunkohlerevier sollen alte Kraftwerke ersetzt werden. Die Minderheitskoalition aus SPD und Grüne äußert keine grundsätzlichen Bedenken, nur die Linkspartei ist dagegen - und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).
Nachdem Klimaschützer die Arbeiten im Tagebau Mainshill unterbrochen hatten, gelang es die Zufahrt zum Kohlelager Ravenstruther zu blockieren
Umweltverbände übergeben Sammeleinwendungen gegen Braunkohleprojekt von Vattenfall
Politiker aus allen Parlamenten protestieren vor dem Endlagerbergwerk
Dreitägiger Protest im Rheinischen Braunkohlerevier: Aktivisten besetzen Gleise der Kohleversorgungsbahn zum RWE-Kohlekraftwerk Niederaußem
Schottische Tagebau-Gegner nach Protest an Ravenstruther Coal Terminal festgenommen



