Bagger vor der Vattenfall-Zentrale
Da staunten die Mitarbeiter von Vattenfall nicht schlecht: Auf die Firmenzentrale in Cottbus rollte heute ein elf Meter langer und vier Meter hoher Abraumbagger. Doch nicht der Braunkohleverstromer hatte den "Marschbefehl" gegeben, sondern Greenpeace-Aktivisten aus Sachsen, Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt: Die Aktion in Cottbus war Abschluss der "Anti-Braunkohle-Tour", die in den vergangenen Wochen durch verschiedene Braunkohle-Bundesländer unterwegs war.

Greenpeace rückte mit einem Abraumbagger an, allerdings nicht mit einem echten, wie auf dieser historischen Aufnahme, sondern mit einem aus Pappmasche. (Foto: Reimer)
"Neben dem Atomausstieg ist der Ausstieg aus der klimaschädlichen Braunkohle der nächste wichtige Schritt in eine sichere und zukunftsfähige Energieversorgung", erklärte Kampagnen-Sprecher Felix May. Greenpeace fordert von Vattenfall, keine neuen Tagebaue mehr in der Lausitz zu erschließen und bis 2030 aus der Braunkohleverstromung auszusteigen. Der Konzern plant, mindestens drei neue Abbaufelder zu erkunden, um auch nach 2030 noch Braunkohle baggern zu können. In der politischen Debatte um die Energiepolitik hatten sich der brandenburgische SPD-Ministerpräsident Matthias Platzeck und die Landesregierungen von Sachsen und Sachsen-Anhalt für die langfristige Verstromung der Braunkohle eingesetzt. Argument: Braunkohle sei billiger als Gaskraftwerke und Windkraft.
Braunkohle hat von allen fossilen Energieträgern den geringsten Brennwert und daher den höchsten spezifischen Ausstoß an Kohlendioxid. Zudem kommt hinzu, dass Braunkohle in Deutschland im Tagebau gewonnen wird, was zu einer großflächigen Vernichtung von Dörfern und der Landschaft in den betroffenen Regionen führt. Größere Abbaugebiete gibt es in der Lausitz (Südost-Brandenburg, Ost-Sachsen), im Raum Leipzig-Halle und im Rheinland westlich von Köln. Beim Verfeuern einer Tonne Braunkohle entsteht etwa 1 Tonne Kohlendioxid, wenn Förderung und Transport einbezogen werden - soviel wie bei keinem anderen Energieträger.
Die inländischen Braunkohlen-Kraftwerke steigerten 2007 ihre Produktion um rund 3 Prozent auf 156 Milliarden Kilowattstunden. Die Bundesrepublik ist der mit Abstand größte Braunkohlenutzer weltweit. Auf Platz zwei folgen die USA mit weniger als der Hälfte Fördertonnen (2005: 75 Millionen Tonnen), gefolgt von Rußland (74,8), Griechenland (69,1) und Australien (66,9).
klimaretter.info/reni
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