Anzeige

Tumulte bei Protesten gegen Chimki-Autobahn

Russische Umweltaktivisten haben das Verhalten der Polizei bei einer Demonstration gegen die geplante Autobahn durch den Wald von Chimki scharf kritsiert. Mehr als 20 Aktivisten, darunter auch Oppositionspolitiker und Vertreter von Umweltorganisationen seien vorläufig festgenommen worden. Dabei sei die Polizei äußerst brutal vorgegangen: Einzelne Teilnehmer seien zusammengeschlagen worden. Ärztliche Behandlung habe man ihnen verwehrt, auch der Kontakt zu ihren Anwälten wurde den Festgenommenen demnach nicht zugestanden.


Die Polizei im Umgang mit den Demonstranten: Video der Organisation "Save Khimki Forest"

Die russische Regierung hatte den Bau der umstrittenen Autobahn von Moskau nach Sankt Petersburg erst im Dezember letzten Jahres genehmigt - nachdem Bauarbeiten im August nach Demonstrationen zunächst gestoppt worden waren. Für die acht Kilometer lange Autobahnstrecke sollen große Flächen des Chimki-Walds nördlich von Moskau weichen, bereits seit Jahren gibt es Proteste. Am Sonntag hatten sich rund 200 Menschen am Bahnhof Chimki versammelt, um sich nach eigenen Angaben ein Bild von den Fällarbeiten im Chimki-Wald zu machen.

Radikale Reaktionen auf Umweltaktivisten sind in Russland kaum eine Seltenheit: Im Juli 2010 hatten Maskierte auch ein Camp von Waldschützern "zur Räumung" gestürmt - verhaftet wurden von der Polizei dabei nicht die Randalierer, sondern die Aktivisten. Die Journalisten Michail Beketow (Chikinskaja Prawda) und Oleg Kaschin (Kommersant), bekannt für ihre kritische Berichterstattung zu dem umstrittenen Projekt, waren von Unbekannten brutal zusammengeschlagen worden. Bis heute sind die Fälle nicht aufgeklärt. 

klimaretter.info/sam
[Erklärung]  
blog comments powered by Disqus

Anzeige

Anzeige

Kolumnen

Alle Kolumnen lesen
Alle Herausgeber-Interviews lesen