Ansägen für das Kohlekraftwerk Bunsbüttel
Kommt das Kohlekraftwerk, muss das Windrad weichen: Kohle-Gegner in Brunsbüttel haben am Sonntag mit einer Sägeaktion gegen die erste Teilgenehmigung für das vom Stadtwerke-Konsortium Südweststrom (SWS) geplante Kohlekraftwerk protestiert. Eine auf dem Baugelände des Kohlekraftwerks stehende Fünf-Megawatt-Windkraftanlage wurde dabei symbolisch "angesägt". "Weg mit den Erneuerbaren! Ihre Südweststrom" - so das Motto der Aktion, die sich gegen die "rückwärts gewandte Energiepolitik" Schleswig-Holsteins wendet.

Der Umstieg auf erneuerbare Energien verträgt weder Atomkraft noch neue Kohlekraftwerke, kritisieren Brunsbütteler Bürger. Und sägen schon einmal symbolisch ein Windrad an. (Foto: BI Unterelbe)
Der Bau des 1.800-Megawatt-Kohlekraftwerks war von der SWS im Dezember 2010 vorläufig auf Eis gelegt worden - nach den AKW-Laufzeitverlängerungen und dem Ausstieg einiger Investoren sollten zunächst die Auswirkungen des Energiekonzepts auf dem Energiemarkt beobachtet werden, hieß es seinerzeit. In der vergangenen Woche hatte Schleswig-Holsteins Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume dennoch bereits die Genehmigung für "bauvorbereitende Arbeiten" am Kohlekraftwerkstandort Brunsbüttel erteilt. Gedeckt sind damit auch der Bau des Kohlelagers mit den dazu gehörenden Einrichtungen und unter anderem das Kühlwasserpumpenhaus und Kühlwasserleitungen.
"Das Kohlekraftwerk ist überflüssig", sagt Karsten Hinrichsen, Sprecher der Bürgerinitiative Gesundheit und Klimaschutz Unterelbe. Noch immer fehlten der Südweststrom Investoren, um auch nur einen der beiden geplanten Blöcke mit einer Leistung von jeweils 900 Megawatt finanzieren zu können. "Die SWS beginnt nicht mit dem Bau, weil sie kein Geld hat", so Hinrichsen. "Eine neue Rentabilitätsprüfung wird das Projekt endgültig beenden: Kohlekraftwerke sind nicht mehr wirtschaftlich."
klimaretter.info/sam
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