"Atomminister" Röttgen gekürt
Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace haben am frühen Montagmorgen das Bundesumweltministerium in Berlin in "Atomministerium" umbenannt. Der Protest richtete sich gegen die Erkundung des Salzstocks Gorleben als Atommüllendlager.

Greenpeace protestiert vor dem von der Umweltorganisation umbenannten "Bundesministerium für Atomkraft und Konzerninteressen" gegen das Atommmüllendlager Gorleben. (Foto: Bjoern Jettka/Greenpeace)
Die Aktivisten hängten ein Banner mit der Aufschrift "Bundesministerium für Atomkraft und Konzerninteressen" an die Fassade des Gebäudes am Alexanderplatz in Berlin-Mitte und verpassten dem Ministerium ein gleichlautendes Eingangsschild. Über Bundesumweltminister Nobert Röttgen (CDU) sagte Greepeace-Energieexperte Tobias Münchmeyer: "Wer sich so für die Interessen der Atomindustrie ins Zeug legt, hat es verdient, als der erste Bundesatomminister seit Franz-Josef Strauß bezeichnet zu werden."
Seit Oktober darf Dank Röttgen in Gorleben wieder erkundet werden, ob sich der dortige Salzstock als Atommüllendlager eignet. Für die Erkundungen soll nun zusätzlich das Atomgesetz geändert werden. Damit sollen Enteignungen möglich sein, um auch auf Gebiet erkunden zu können, das sich bisher in Privat- oder Kirchenbesitz befindet.
"Der Start der Erkundungsarbeiten ist eine Farce. Mit seiner Entscheidung ignoriert Bundesminister Röttgen zahlreiche wissenschaftliche Analysen, die die Nichteignung des Standortes Gorleben belegen", sagte Münchmeyer. Die Gegner haben Mitte September ein neues Argument gegen die Erkundungen aufgetan: Unter dem Salzstock lagert der Partei die Linke zufolge Erdgas. Fünf Kilometer von Gorleben entfernt hatten unterirdische Erdgasvorkommen bei Bohrungen zu einer Explosion mit einem Toten geführt. Greenpeace fordert nun die endgültige Einstellung der Erkundung von Gorleben und die Aufgabe von Gorleben als Endlagerstandort.
klimaretter.info/jot
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