Piraten protestieren gegen Palmers Kohle-Pläne
Mit einer Stocherkahn-Demonstration haben Aktivisten am Samstag in Tübingen gegen das Kohlekraftwerk Brunsbüttel protestiert. Vor der Neckarfront bildeten die Stocherkähne erst ein Kohlekraftwerk und formierten sich dann zu einem Windrad um. Mit Aktionen wie diesen wollen die Klimapiraten Stadtwerke "auf Kurs" bringen, die sich an dem Kohlekraftwerk beteiligen wollen.

Mit dem Stocherkahn auf dem Neckar: Mit den schwarzen Planen und den Flachbooten verbildlichten die Klimapiraten die Energiewende. (Foto: Klimapiraten Tübingen)
Das Stadtwerke-Konsortium Südweststrom plant mit 70 Anteilseignern, darunter auch die Stadtwerken Tübingen, den Bau eines Steinkohlekraftwerks mit zwei Blöcken mit einer Leistung von jeweils 900 Megawatt in Brunsbüttel. "Dieses Großprojekt ist mit den Klimaschutz-Ambitionen der Stadt Tübingen völlig unvereinbar", sagt die Tübinger Klimapiratin Julia Schnurr: Sie fordern den Grünen-Oberbürgermeister Boris Palmer deshalb zum Ausstieg auf.
Palmer hatte sich vor seiner Wahl für erneuerbare Energien ausgesprochen. Nach seiner Wahl hatte er sich dann ins Kohlekraftwerksprojekt Wilhelmshaven eingekauft.
Verschiedene Stadtwerke waren - unter anderem durch das von Schwarz-Gelb vorgelegten Energiekonzept und der damit verbundenen Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke - bereits vom Projekt Brunsbüttel abgesprungen oder haben angekündigt, ihre Investition zu überdenken. Auch zuvor stand das Projekt jedoch bereits auf wackligen Beinen: Der zweite Block sollte ursprünglich auch unter Beteiligung Schweizer Energieversorgern gebaut werden: Von vier Unternehmen waren drei jedoch bereits abgesprungen.
klimaretter.info/sam
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