FDP: Liberal gegenüber Klimaskeptikern
Man stelle sich vor, die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung hole sich Scientology ins Haus, um mit denen zu diskutieren - der Skandal wäre beträchtlich. Bei der FDP ist das anders: Schon zum zweiten Male organisiert die FDP-nahe "Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit" eine Konferenz der Klimawandel-Leugner. Sagt zumindest die Speerspitze der deutschsprachigen Klimaskeptiker, das "Europäische Institut für Klima und Energie e.V." (Eike).

Die Stars der letztjährigen Klimaskeptiker-Konferenz: Christopher Monckton und Fred Singer (r.). (Foto: Böck)
"Zeitgleich mit dem Klimagipfel der Vereinten Nationen in Cancún erläutern führende internationale Wissenschaftler die Klima- und Energiethematik unter Vorstellung neuester Erkenntnisse, häufig konträr zu den IPCC Verlautbarungen", heißt es in der Einladung zur III. Internationalen Energie- und Klimakonferenz am 3. und 4. Dezember 2010 in Berlin. Unter den "namhaften" Experten und Wissenschaftlern befindet sich auch wieder "Prof. Dr. Fred Singer, USA; Atmosphärenforscher". Der emeritierte Professor war bekannt geworden als prominenter Promoter der These, dass Passivrauchen nicht so schädlich sei wie die Wissenschaft immer erklärt. Singer konnte später nachgewiesen werden, dass er für die Verbreitung dieses Unfugs von der Zigaretten-Industrie bezahlt worden war.
Bereits vor einem Jahr war die FDP Co-Veranstalter des Klimaskeptiker-Kongresses. Damals war Christopher Monckton der Star der Konferenz. Der britische Rechtskonservative hatte sich in der Klimaskeptiker-Szene mit der These einen Namen gemacht, mit einem potenziellen Kopenhagen-Abkommen werde eine kommunistische Weltregierung installiert. Die Gastgeberschaft hatte 2009 auch innerhalb der FDP zu Kritik geführt. Umweltpolitiker wie der Bundestagsabgeordnete Horst Meierhofer hatte damals erklärt: "Eine politische Stiftung hat eine politische Verantwortung. Und sie hat einen politischen Ruf. Ich hoffe, dass entweder jemand eingeladen wird, der Meinungsvielfalt herstellt, oder eine weitere Veranstaltung mit der Mehrheitsmeinung stattfindet."
In diesem Jahr erklärte die Naumann-Stiftung auf Anfrage, dass sie kein Mit-Träger der Tagung sei. Ihr Logo sei ohne Rücksprache von Eike auf die Einladung gedruckt worden - man habe aber freundschaftlich darauf verzichtet, die Veranstalter zum Einstampfen der Einladung zu zwingen.
klimaretter.info/reni
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