Kanada: Indigene gegen Teersand-Pipeline
Während der Anhörung zu einem Pipeline-Projekt für Teersand in Kitimat in Kanada protestierten mehrere hundert Menschen gegen das kanadische Unternehmen Enbridge. Enbridge will eine 1.170 Kilometer lange Zwillings-Pipeline von Alberta an die Küste von British Columbia verlegen, um Rohöl zu transportieren, das aus Teersanden gewonnen wurde. Dabei werden rund dreimal so viele Treibhausgase ausgestoßen wie bei der konventionellen Ölförderung.

Die Öl-Pipeline durch den kanadischen Regenwald gefährdet sensible Ökoysteme. Indigene und Umweltschützer protestieren. (Foto: Kitimat.ca)
Die Pipeline soll nicht nur durch den als Great Bear Rainforest bezeichneten Teil des Regenwaldes an der Küste von British Columbia führen. Auch geht die geplante Pipeline durch das Gebiet von rund 50 indigenen Völkern. Pro Tag sollen durchschnittlich fast 85 Millionen Liter Öl befördert werden. Am Seehafen von Kitimat soll das Öl dann auf voraussichtlich 225 Öltanker pro Jahr verladen werden.
Am Dienstag lud ein vom kanadischen Umweltministerium eingesetzter Bewertungs-Ausschuss für das Enbridge-Projekt zu einer öffentlichen Anhörung, bei der Bürger ihre Einwände gegen das Vorhaben vortragen konnten. Außerhalb des Gebäudes protestierten vor allem Ureinwohner, Fischer und Vertreter von Umweltorganisationen, um vor den Risiken der Pipeline und der Öl-Verschiffung zu warnen. Die Demonstranten befürchten, dass bei Ölunglücken das sensible Ökosystem, durch die die Pipeline geführt werden soll, zerstört werden. Am 26. Juli war aus einer Enbridge-Pipeline im US-Bundesstaat Michigan Öl ausgelaufen. Vier Millionen Liter gelangten in den Fluss Kalamazoo.
Unterstützung erhielten die Demonstranten von lokalen städtischen Beamten. "Die Öl-Pipelines sind nicht sicher", sagte Kris Olsen, Mitglied des Gemeinderats von Queen Charlotte City in British Columbia. "Alle Gemeinden der Queen-Charlotte-Inseln sind gegen die Enbridge-Pipeline."
klimaretter.info/jot
Die Schlagzeilen um 08 Uhr
In dieser Woche am meisten gelesen
Meinungen: Etscheits Alltagsstress
Danke, lieber Fritz Vahrenholt! Energiekonzerne können bohren, fracken und teersanden so viel sie wollen, ohne dass ihnen linksradikale Umweltschützer noch in die ölige Suppe spucken können. Alles wird gut. Vielen Dank, liebe Sonne! Vielen Dank, Fritz Vahrenholt! [mehr...]
Meinungen: Kommentar
Keine Blackout-Angst Der Winter ist kalt und das Stromnetz bleibt stabil - die Energiewende führt nicht zum befürchteten Blackout.Ein Kommentar von Joachim Wille [mehr...]
Jahresrückblick
2011: Das Jahr der Rekorde
Die Welt wird mit Stärke 9 erschüttert, Bundeskanzlerin Angela Merkel ändert binnen 7 Monaten ihre Politik komplett, die Hamburger Mucken auf. Neuer Schmelzrekord in der Aktis, neuer Emissionsrekord in der Atmosphäre und so viel Flugpassagiere wie noch nie - der Jahresrückblick 2011. [mehr]
Aktion des Monats In den USA formieren sich Lobbyisten nachdem US-Behörden dem Gitarrenbauer Gibson die Einfuhr von illegalen Tropenhölzern nachweisen konnten. Vorn dabei: Die rechtskonservative Tea Party. Gemeinsam wollen diese das Lacey-Gesetz, dass den Import der Tropenhölzer für illegal erklärt, kippen. [mehr] | Durban 2011 Was war die 17. UN-Klimakonferenz - eine weitere Pleite der Diplomatie oder der Startschuss für das bitter nötige globale Klimaabkommen? Alle Berichte unserer Korrespondentinnen und Korrespondenten aus Südafrika können Sie im Durban-Dossier nachlesen. [mehr] |
Neue Klimaretter-Serie
Die Gesetze der Energiewende
Diesmal soll sie gelingen, die Energiewende. Die schwarz-gelbe Regierung hat dafür umfangreiche Gesetze verabschiedet - oft mit Stimmen der Opposition. In einer Serie analysiert klimaretter.info, was drin steht in den Gesetzen. Und was von ihnen zu halten ist.
Lexikon Was eigentlich ist TREC und was die COP? Wie berechnet sich der Heizwert und wie die Wärmestrahlung? Wie funktioniert Contracting, wie ein Smart Grid? Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie in unserem Lexikon zum Stöbern - und Nachfragen [mehr] | In eigener Sache Sie lesen uns gerne und regelmäßig? Sie finden unser Angebot interessant, hilfreich und erhellend? Dann unterstützen Sie uns, denn unabhängiger Journalismus kostet Geld. Abonnieren Sie uns, für 3, 5 Euro oder 50 im Monat, für 100 Euro im Jahr - oder "Flattrn" Sie uns [mehr...] |
Bild & Vahrenholt: Die Lüge von der CO2-Lüge
Der Chef des Springer-Verlags, Matthias Döpfner, hat vor Jahren mal über sein Boulevardblatt Bild gesagt: „Wer mit ihr im Aufzug nach oben fährt, der fährt auch mit ihr im Aufzug nach unten.“ Das betrifft offenbar nicht nur Promis, sondern auch[…] [mehr...]Mehr vom Lügendetektor
Klimaretter-Dossiers
Die Gesetze der Energiewende - Eine Analyse
Atomkraft weltweit - Die Welt nach Fukushima
Der GAU von Tschernobyl - 25 Jahre später
Atomunfall in Japan - Das Unglück von Fukushima
E10 und das Politikversagen - Wie es jetzt weiter geht
Das Zwei-Grad-Ziel - Ist die Erderwärmung zu stoppen?
Anpassungsstrategie - Das Meer steigt
Fussball-WM 2010 - Afrika im Klimawandel
Ausgekohlt - Wie Kohlekraftwerke kippten
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
Bundestagswahl 2009 - Klima nur Nebensache
Merkels Klimabilanz - Bilanz der Meseberg-Beschlüsse
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung
Beichtstuhl - Wen das Gewissen plagt
Kopenhagen ABC - Deshalb gibt es COPs und MOPs
Klimakonferenz-Specials
Berlin Juli 2011 - Petersberger Dialog ohne Ergebnis
Bonn Juni 2011 - Kein Frühling auf der Frühjahrstagung
Bangkok April 2011 - Verwaltung statt Klimarettung
Cancún Dezember 2010 - Hoffnungszeichen in Mexiko
Tianjin Oktober 2010 - Letzte Konferenz vor Cancún
Bonn August 2010 - Die Sommerkonferenz
Bonn Juni 2010 - Noch mehr Stillbeschäftigung
Bonn April 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel April 2010 - Cochabamba
Dezember 2009 - Kopenhagen Countdown
Kopenhagen Dezember 2009 - COP15
Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
Bangkok Oktober 2009 - Feinschliff am Text
Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznan Dezember 2008 - Der 14. Klimagipfel COP14
Bali Dezember 2007 - Der 13. Klimagipfel COP13



Kanadische Greenpeace-Aktivisten besetzen Enbridge Bürogebäude. Der Konzern will eine 1.170 Kilometer lange Ölsand-Pipeline von Alberta an die Küste von British Columbia bauen
Eine Studie für die EU-Kommission belegt die besondere Klimaschädlichkeit der Ölgewinnung aus Teersanden. Die EU will jedoch ihre Handelsbeziehungen zu Kanada, dem weltgrößten Exporteur von Teersanden, nicht aufs Spiel setzen.
US-Regierung will vor Start der Teersand-Pipeline vom kanadischen Bundessstaat Alberta ins US-amerikanische Texas weitere Umweltverträglichkeitsprüfungen abwarten
"Operation Green Rights" richtet sich gegen den Abbau von Teersanden in Kanada
Umweltorganisation: In nur zwei Jahren sollen sich kanadische Regierungsvertreter mehr als 100 mal mit europäischen Amtskollegen getroffen haben
Der Mineralölkonzern Total plant Milliarden-Projekt im kanadischen Bundesstaat Alberta



