Ahaus ruft zur Anti-Atom-Kundgebung
Atomkraftgegner wollen am heutigen Sonntag im westfälischen Ahaus gegen weitere Atommülltransporte in das dortige Zwischenlager protestieren. Am Mittwoch war der erste Transport angekommen, Umweltschützer erwarten nun "eine lange Transportserie, die von verschiedenen Atomanlagen auf Ahaus zurollen soll". Sie rufen daher für mittags zu einer Mahnwache vor dem Zwischenlager auf.

Am Mittwoch wurd strahlender Müll nach Ahaus gekarrt. (Foto: Bürgerinitiative Ahaus)
Am Mittwoch waren zwei Lastkraftwagen mit schwach radioaktivem Atommüll nach Ahaus gerollt. Laut der für die Aufsicht zuständigen Bezirksregierung Münster handelt es sich dabei um Reststoffe aus Reaktoren, die nur geringe Radioaktivität aufweisen. Den Transport hatte das Bundesamt für Strahlenschutz schon im vergangenen Jahr genehmigt. Innerhalb der nächsten zehn Jahre soll der Atommüll dann in das geplante Endlager Schacht Konrad gebracht werden.
Neben den schwach- und mittelradioaktiven Abfällen aus deutschen Reaktoren könnte bald auch noch hochradioaktiver Müll aus dem Kernforschungszentrum im nordrhein-westfälischen Jülich nach Ahaus gekarrt werden. Eine Genehmigung für den Transport von 152 Castorbehältern steht allerdings noch aus. Atomkraftgegner machen sich auf einen Protestmarathon gefasst. Nach dem ersten Transport am Mittwoch schreiben sie in einer Mobilisierungs-E-Mail: "Das war nun endgültig der Startschuss für einen heißen Sommer!"
SPD und Grüne sind gegen die Transporte
Vielleicht können die Umweltschützer ihren Sommer auch in der Sonne, aber ohne Strahlen genießen. Die neue rot-grüne Landesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag nämlich ihre ablehnende Haltung zu den Atommülltransporten festgeschrieben: "Wir wollen Atomtransporte vermeiden, weil sie unnötige Risiken für Mensch und Umwelt mit sich bringen."
Die Bürgerinitiative in Ahaus fordert nun konkrete Schritte: "Die neue Landesregierung muss sich unverzüglich ihrer Verantwortung bewusst werden", sagt Vorstandsmitglied Falko Tetzlaff. "Sie muss aus dem Dornröschenschlaf aufwachen und muss klare Signale geben, wie sie die Atomanlagen und Atomtransporte in NRW stoppen will." Selbst der Transport am Mittwoch hätte durch die Anweisung eines Moratoriums verhindert werden können.
klimaretter.info/fw
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