Bündner sagen Nein zu Brunsbüttel
Schweizer Bürger halten von der Beteiligung des Stromversorgers Repower (Rätia Energie) aus dem Kanton Graubünden am Steinkohlekraftwerk Brunsbüttel wenig: Wie aus einer Umfrage unter 503 Bündnern im Auftrag des WWF Schweiz hervorgeht, lehnen mehr als zwei Drittel die Investition in das Kohleprojekt in Schleswig-Holstein ab.

"Nein" sagen auch BürgerInnen in Brunsbüttel zum geplanten SWS-Kohlekraftwerk. Hier bei der Erörterung der 4.900 Einwendungen im imissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren. (Foto: Klima-Allianz)
68 Prozent der Bündner lehnen der Befragung zufolge die Beteiligung am Kohlekraftwerk Brunsbüttel ab, die Absage ziehe sich zudem durch Anhänger sämtlicher Parteien, so der WWF. Der Stromversorger Repower gehört zu 46 Prozent dem Kanton Graubünden und darf sich auch deshalb nicht gegen den erklärten Willen seiner Kunden wenden, fordert WWF-Expertin Anita Mazzetta. "Die Bündner wollen nicht in dreckigen Kohlestrom investieren."
Die Südweststrom AG (SWS) - ein Zusammenschluss mehrerer Stadtwerke - plante in Brunsbüttel zusammen mit 70 deutschen Stadtwerken und Schweizer Energieunternehmen den Bau eines riesigen Steinkohlekraftwerks mit einer Leistung von 1.800 Megawatt. Nach der Elektra Birseck Münchenstein (EBM) hatten sich im April jedoch auch die Schweizer Energiekonzerne Group E und Romande Energie aus dem Projekt zurückgezogen. Repower ist der letzte der ursprünglich vier beteiligten Schweizer Energieversorger.
Im Kanton Tessin haben sich zudem kürzlich in einer Umfrage 58 Prozent der Bevölkerung gegen eine Beteiligung des regionalen Stromversorgers AET am Kohlekraftwerk Lünen ausgesprochen. Auch in Deutschland mischen sich Bürgerinnen und Bürger zunehmend in die Investitionspolitik ihrer Stadtwerke ein: Im bayrischen Dachau wurde erst kürzlich durch einen Bürgerentscheid der Ausstieg der lokalen Stadtwerke aus Kohleprojekten in Lünen und Krefeld auf den Weg gebracht.
klimaretter.info/sam
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