Anzeige gegen Kohlekraftwerks-Betreiber Eon
Gegen den Darmstädter Regierungspräsidenten Johannes Baron, das Energieunternehmen Eon und den Katastrophenschutz des Main-Kinzig-Kreises hat die Bürgerinitiative (BI) Stopp Staudinger Strafanzeige bei der Hanauer Staatsanwaltschaft gestellt. In der Nacht vom 9. auf den 10. Juli hatte sich im weltgrößten Kohlelager im Eon-Kohlekraftwerk Staudinger in Großauheim wegen der Sommerhitze Kohle selbst entzündet. In der Folge klagten Anwohner über üblen Geruch, Beschwerden der Atemwege und einen öligen schwarzen Film auf Möbeln.

Protest gegen Kohlekraftwerksbetreiber Eon. (Foto: BI Stopp Staudinger)
Am Standort Staudinger plant Eon, das Kohlekraftwerk um Block 6 zu erweitern. Der soll 2013 mit 1.100 Megawatt Leistung ans Netz gehen - was ein noch größeres Kohlelager bedeuten würde. Dagegen wehrt sich die BI Stopp Staudinger. Sie kritisiert, schon jetzt stehe die Anlage nicht im Einklang mit den Gesetzen der hessischen Brandordnung. "Die Menschen in der Nachbarschaft dürfen nicht zu Versuchskaninchen für gefährliche Eon-Experimente degradiert werden", sagte BI-Sprecher Winfried Schwab-Posselt.
Angezeigt hat die BI den Regierungspräsidenten nun, weil dieser als Chef der Genehmigungsbehörde nach den Vorkommnissen ein sofortiges Betriebsverbot des Kohlelagers hätte aussprechen müssen, heißt es seitens der BI. Die Vorgänge seien darüber hinaus vom Betreiber bagatellisiert worden. In einer Pressemitteilung hatte Eon erklärt, "zu keinem Zeitpunkt" habe es eine Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung gegeben.
"Seit über drei Jahren warnen wir vor potentiellen Brandgefahren durch Selbstentzündung", erklärte Schwab-Posselt. Versäumnisse liegen ihm zufolge auch beim Katastrophenschutz und der Feuerwehr vor, die unprofessionell reagiert haben.
Der SPD-Oberbürgermeister von Hanau, Claus Kaminsky, beschwerte sich in einem Brief an den Eon-Vorstandsvorsitzenden Johannes Teyssen über ein "untaugliches Sicherheitskonzept" im Kraftwerk Staudinger. Kraftwerksleiter Edgar Kaufhold warf er darüber hinaus "schlechte Informationspolitik" vor. Kaufhold habe auf Nachfrage der Stadt den Gestank mit durch die Sonne überhitzte Kohle begründet. Kaminsky forderte Eon auf, "rasch dafür zu sorgen, dass solche Vorfälle künftig ausgeschlossen sind".
klimaretter.info/jot
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