Protest gegen Kanadas Ölsandförderung
"Stop Tar Sands! Stop Teersände!" 150 Menschen haben sich am heutigen Samstag vor der kanadischen Botschaft in Berlin versammelt. Sie protestieren gegen die dreckige und klimaschädliche Förderung von Teersänden (auch Ölsände genannt) im Westen Kanadas. Bei dieser Art der Ölgewinnung werden etwa dreimal so viele Treibhausgase ausgestoßen wie bei der konventionellen Ölförderung.

Protest vor der kanadischen Botschaft in Berlin. (Fotos: Werdermann)
Ölsand ist eine Mischung aus Ton, Sand, Wasser und Kohlenwasserstoffe wie zum Beispiel Rohöl. Das Rohöl muss unter Einsatz von heißem Wasserdampf von den restlichen Bestandteilen getrennt werden, damit es weiter verwendet werden kann. Gefördert wird Ölsand hauptsächlich in Kanada. In der Provinz Alberta liegt daher der jährliche Pro-Kopf-Ausstoß bei über 70 Tonnen Kohlendioxid. Zum Vergleich: In Deutschland sind es rund 10 Tonnen.
Ein dreckiger Händeabdruck für die kanadische Botschaft
Umweltschützer laufen deshalb schon seit langem gegen die klimaschädliche Ölgewinnung Sturm. Nun gibt es auch in Deutschland erstmals größere Proteste. Aktivisten haben Flugblätter verteilt, Reden gehalten und Tanzeinlagen eingeprobt. Außerdem haben sie ihre Hände in schwarze Farbe getunkt, um danach auf einem weißen Transparent einen "dreckigen" Abdruck zu hinterlassen. Diese außergewöhnliche Unterschriftenliste soll in den nächsten Tagen der Botschaft übergeben werden, da sie heute geschlossen war.
Auch in anderen Städten wurde gegen Kanadas Umweltverschmutzung protestiert. Im Rahmen des "internationalen Tages zum Stopp der Ölsande" gab es Aktionen in London, Kopenhagen und mehreren kanadischen Städten. In Berlin wurde die Kundgebung unter anderem von Greenpeace und der Naturschutzjugend (Naju) unterstützt.
Deutsche tragen Mitverantwortung
Gekommen sind aber auch viele Kanadier, die in Deutschland leben. Derek Leahy gehört zu ihnen. "Es ist wichtig, dass den Deutschen vor Augen geführt wird, wie sie unwillentlich mit zu diesem Umweltdesaster beitragen", sagt er. Schließlich würden auch europäische Autos mit dem dreckigen Öl aus Kanada betankt.
Der größte Abnehmer des Öls sind aber die Vereinigten Staaten. Rund 85 Prozent wird in die USA exportiert. Umweltschützer warnen, dass die Produktion von derzeit 1,5 Millionen Barrel pro Tag bald verdoppelt werden könnte. Zum Vergleich: In den Golf von Mexiko strömen täglich zwischen 35.000 und 70.000 Barrel Öl. Bei dem Unglück des Tankers "Exxon Valdez" waren rund 300.00 Barrel Öl ausgelaufen.
klimaretter.info/fw
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