Stuttgart 21: DUH will Bahn verklagen
Die Umweltorganisation Deutsche Umwelthilfe (DUH) wirft der Deutschen Bahn AG Verstöße gegen Gesundheits- und Klimaschutzvorgaben beim Bau des Bahnhofs Stuttgart 21 vor. Bei anhaltender Informationsverweigerung wolle sie Akteneinsicht vor Gericht einklagen. Die Umweltorganisation verweist dabei auf die allgemein zugänglichen Zuschlagskriterien für die Vergabe von Bauaufträgen der Bahn AG. Dort gebe es keinerlei ökologische Anforderungen wie zum Beispiel Schadstoffarmut oder den verpflichtenden Einsatz von Rußpartikelfiltern, kritisieren die Umweltschützer. Diese Filter halten Feinstaub und Rußpartikel zurück, die zum einen direkt gesundheitsschädlich sind, aber auch den Klimawandel vorantreiben.

10.000 Stuttgart 21-Gegner protestierten am vergangenen Wochenende gegen den Neubau des Bahnhofs und forderten eine Modernisierung des bestehenden Kopfbahnhofs . (Foto: kopfbahnhof-21.de)
Nach Recherchen der DUH enthalten die Ausschreibungsrichtlinien für den umstrittenen Neubau des Stuttgarter Hauptbahnhofs keine Klimaschutzvorgaben, obwohl die Bahn AG laut Planfeststellungsbeschluss dazu verpflichtet sei. Diesem zufolge dürften ausschließlich Fahrzeuge und Maschinen zum Einsatz kommen, die schadstoffarm sind. Jedoch verweigere die Bahn AG Informationen über die Vergabekriterien der Auftragnehmer für den Bau, so die DUH. Weil die Bahn AG nach Umweltinformationsgesetz (UIG) aber zu Transparenz verpflichtet sei, würden entsprechende rechtliche Schritte unternommen werden, um an diese Informationen zu gelangen.
Umstritten ist das Großprojekt der Bahn AG "Stuttgart 21" ohnehin. Seit Jahren bezweifeln Kritiker, dass der Neubau des Bahnhofs die Verkehrssituation im Schienenverkehr verbessern würde. Sie kritisieren, dass die geplante Reduktion von derzeit 16 Gleisen auf nur noch acht zu Engpässen führt und den Regionalverkehr zusätzlich ausbremst. Dem Klimaschutz sei damit nicht gedient.
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