Protest-Besuch für BP, Shell und Esso
Schmierstoffspezialist Liqui Moly boykottiert wegen der Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko den britischen Mineralölkonzern BP. "Mit sofortiger Wirkung sind BP und alle seine Tochterfirmen von unserer Zuliefereliste gestrichen und unsere Firmenfahrzeuge tanken nicht mehr bei Aral", sagt Inhaber Ernst Probst. Liqui Moly fördert nicht selbst, sondern kauft Öl ein und verarbeitet es zu Motorölen. Kunden sind vor allem Großhandel, Baumärkte, freie Tankstellen oder Werkstätten.

"Raus aus der Tiefsee": Protest vor den Zentralen von BP, Esso und Shell. (Foto: Greenpeace)
BP ist in Deutschland mit den Marken Aral und Castrol vertreten. Der Konzern lasse "jedes Verantwortungsgefühl vermissen", sagt Probst: "Das kann und möchte ich nicht mittragen".
Greenpeace protestiert vor Konzernzentralen in Bochum und Hamburg
Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace haben am Mittwoch vor den Konzernzentralen von BP Deutschland in Bochum sowie Esso und Shell in Hamburg gegen Tiefsee-Ölbohrungen protestiert: Mit vier Meter hohen Bohrturm-Attrappen und Transparenten warnen die Umweltschützer davor, Unglücke wie das der Deepwater Horizon im Golf von Mexiko als unwahrscheinlich abzutun. Die Ölkonzerne wollen offenbar keine Konsequenzen aus der Katastrophe ziehen, kritisiert Öl-Experte Jörg Feddern: "Sie dringen weiter in die Tiefsee vor, als wäre nichts geschehen".
In den USA hatte das Bezirksgericht Louisiana erst in der vergangenen Woche ein vom US-Präsidenten verhängtes Moratorium auf Tiefseebohrungen im Golf nach Einsprüchen der Ölindustrie aufgehoben. Auch Shell-Chef Peter Voser habe erst kürzlich erklärte, sein Konzern werde künftig verstärkt in der Tiefsee nach Öl bohren, so die Umweltschützer. BP-Deutschland äußere sich weder zum Unfall im Golf von Mexiko, noch zu weiteren Ölförderungsplänen in der Tiefsee. Ähnlich wortkarg gebe sich auch der Esso-Konzern, eine Tochtergesellschaft von Exxon Mobil. Greenpeace fordert in einem offenen Brief an die in Deutschland vertretenen Ölkonzerne, sich klar zu einem Rückzug aus Tiefsee-Projekten zu bekennen: "Die Ölausbeutung in der Tiefsee ist nicht beherrschbar", sagt Feddern.
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