"Kohlendioxid-Zeitbombe" in Brandenburg
Die Umweltorganisation Greenpeace hat am heutigen Dienstag eine Protest-Tour gegen die umstrittene CCS-Technik zur Kohlendioxid-Abscheidung und Verpressung in Brandenburg gestartet. Mit der "Zeitbombe CO2-Endlager" warnen die Umweltschützer vor den unkalkulierbaren Risiken der ungeprüften Technik.

Der Countdown läuft: Spätestens nach der Sommerpause will die Bundesregierung einen neuen Anlauf für das CCS-Gesetz starten. (Foto: Gordon Welters/Greenpeace)
Gemeinsam mit Bürgerinitiativen aus Brandenburg möchten sie die Bevölkerung aufklären und gegen die Pläne der Energiekonzerne mobil machen. "So ein Projekt lässt sich nur durchsetzen, wenn es vor Ort akzeptiert wird. An dieser Hürde sind bereits die Pläne für die CO2-Verpressung in Schleswig-Holstein gescheitert", sagt Karsten Smid Klimaexperte bei Greenpeace. Deshalb führt die Protest-Tour nach dem Start in Neutrebbin in die Städte Beeskow, Cottbus, Potsdam und abschließend nach Berlin.
Vattenfall gehe es darum, millionenschwere Subventionen zu erhalten und mit hohen Kosten verbundene Umweltauflagen zu umgehen. Dabei täusche Vattenfall die Bevölkerung, indem sie Risiken herunterspielt und Falschinformationen verbreitet, "um weiter an Braunkohle zu verdienen", sagt Smid. Zudem taucht im Gesetzesentwurf nicht der Begriff "Ablagerung" auf, sondern "CO2-Speicherung". Damit würden Einschränkungen durch das für Umweltfragen strenge Abfallrecht vermieden. Stattdessen greift das weniger strenge Bergrecht, dass für die Ausbeutung von Rohstoffen gilt. Smid: "Durch all diese Manipulationen würden die möglichen CO2-Endlager zu geologischen Zeitbomben".
Bei der CCS-Technik soll Kohlendioxid, das bei der Verbrennung in Kohlekraftwerken entsteht, unterirdisch eingelagert werden. Ein CCS-Gesetz war in der Regierung Merkel I auch am Widerstand der betreffenden Länder gescheitert. Derzeit arbeiten Umwelt- und Wirtschaftsressort an einer neuen Gesetzesvorlage, die voraussichtlich nach der Sommerpause eingebracht werden soll.
© wir-klimaretter.de/sima
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