Aktivisten protestieren gegen CCS-Lobbykongress
In Berlin findet heute und morgen ein internationaler Kongress von Industrievertretern zur Kohlendioxid-Speicherung statt. Kritiker waren nicht eingeladen, diese demonstrierten stattdessen vor dem Tagungsgebäude.
Die Konferenz soll Entscheider aus der Industrie mit Forschern zusammenbringen. Auf der Tagung werden unter anderem Vertreter von Eon und Statoil sprechen. Geleitet wird die Konferenz von Paal Frisvold von der norwegischen Umweltorganisation Bellona - die sich, im Gegensatz zu den meisten anderen Umweltverbänden, in der Vergangenheit sehr deutlich für das sogenannte Carbon Capture and Storage (CCS) ausgesprochen hat. International mussten die CCS-Protagonisten zuletzt Rückschläge einstecken - ein wichtiges Prestigeprojekt in Norwegen wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

BUND und Bürgerinitativen protestieren vor dem Tagungszentrum gegen CO2-Endlager. (Foto: Böck)
Vor dem Gebäude protestierten Vertreter von Bürgerinitiativen aus Schleswig-Holstein und Brandenburg. "Ein Dialog mit der Zivilgesellschaft ist offensichtlich nicht ernsthaft vorgesehen" kritisiert Sylvia Wadewitz aus dem brandenburgischen Neutrebbin die Veranstaltung. Die Bürgerinitiativen fordern, im geplanten CCS-Gesetz der Bundesregierung müsse klar festgeschrieben werden, dass die Kohlendioxid-Einlagerung nicht gegen den Willen der lokalen Bevölkerung stattfinden darf.
Die Bundesregierung plant, noch in diesem Jahr ein Gesetz auf den Weg zu bringen, um Rahmenbedingungen für die CCS-Technologie zu schaffen. Vor allem Vattenfall pocht auf das CCS-Gesetz, weil davon abhängt, ob das von der EU mit 180 Millionen Euro geförderte CCS-Pilotprojekt in Jänschwalde realisiert werden kann.
© wir-klimaretter.de/hb
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