Kohlekraftwerk: Zwei Investoren steigen aus
Jetzt wird es eng für das Kohlekraftwerk Brunsbüttel: Nur wenige Wochen nachdem sich die Elektra Birseck Münchenstein (EBM) aus dem Projekt der Stadtwerke-Kooperation zurückgezogen hat, gaben heute zwei weitere Investoren ihren Rückzug bekannt. "Heute ist dieses Projekt immer noch in der Entwicklungsphase und Groupe E muss feststellen, dass es nicht mehr mit ihren ersten Erwartungen übereinstimmt", teilte der Schweizer Energiekonzern Groupe E mit, der nach eigenen Angaben 265.000 Kunden versorgt. Und die Schweizer Romande Energie Holding SA erklärt: Das Projekt habe sich in eine Richtung entwickelt, die nicht mehr den ursprünglichen Zielen entspreche.

Kohlekraftwerke stinken der Bürgerinitiative gewaltig. (Foto: Klima-Allianz)
Die Südweststrom AG (SWS) - ein Zusammenschluss mehrerer Stadtwerke - plante in Brunsbüttel zusammen mit 70 deutschen Stadtwerken und vier Schweizer Energieunternehmen den Bau eines riesigen Steinkohlekraftwerks mit einer Leistung von 1.800 Megawatt. Drei der vier Schweizer Investoren sind nun ausgestiegen. Zum SWS-Kohlekraftwerk liefen jüngst im Rahmen des Genehmigungsverfahrens die Erörterungstermine zum Immissionsschutz- und Wasserrecht. Insgesamt hatten 4.900 Menschen in Brunsbüttel Einwendungen gegen das Projekt vorgebracht.
"Mit dem Ausstieg der beiden Schweizer Unternehmen verliert die SüdWestStrom die Finanzierung für einen Anteil von 100 Megawatt Leistung des Projekts", erklärt Mona Bricke, Energie-Expertin der Klima-Allianz. Die am Projekt beteiligten Stadtwerke sollten die von der Ausstiegs-Entscheidung der Schweizer Unternehmen ausgehende Signalwirkung ernst nehmen, rät Bricke: "Beide Unternehmen haben nach eigenen Aussagen erkannt, dass die Versorgungssicherheit mit dem Kohlekraftwerk nicht verbessert werden kann und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu unsicher sind."
Eines der Stadtwerke, die in Brunsbüttel Kohle verfeuern wollen, ist das des Tübinger Vorzeige-Grünen Boris Palmer. Der hatte in einem Brief seine Kohle-Motivation erklärt.
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