Online-Aktion für Ökostrom an Uni Lüneburg
Studierende der Leuphana-Universität Lüneburg haben eine Online-Unterschriftenaktion für Ökostrom an ihrer Hochschule gestartet. Die Universitätsleitung solle dem Energielieferanten Eon kündigen. Dieser Strom kommt zum Großteil aus Atom- und Kohlekraftwerken. Die Universität hat sich allerdings zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2012 klimaneutral zu sein.

Die Universität Lüneburg soll klimafreundlich werden. (Foto: Felix Werdermann)
Auf der entsprechenden Internetseite heißt es, durch Energieeffizienz und verringerten Verkehr solle der Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) "erheblich" gesenkt werden. Die "Restemissionen, die nicht vermeidbar sind", möchte die Lüneburger Hochschule durch "universitätseigene Projekte" kompensieren.
Lücke zwischen Vision und Umsetzung
Studierende kritisieren nun in einem Appell an die Uni-Leitung, "dass zwischen der Vision einer klimaneutralen und nachhaltigen Universität und deren Umsetzung eine Lücke klafft: Obwohl die Hochschule einerseits zur solaren Energiewende beitragen will, bezieht sie weiterhin Strom vom Energiekonzern E.ON Avacon." Der Strom komme zu einem Drittel aus Atomkraftwerken, knapp die Hälfte wird durch die Verbrennung von Kohle erzeugt. Klimaneutral und nachhaltig ist also etwas anderes.
Matthias Schröter von der Hochschulgruppe "campus.grün" sagt: "Während in den Uni-Fluren das Licht brennt, in Hörsälen der Beamer summt und im Rechenzentrum die Computer arbeiten, fallen an anderer Stelle radioaktiver Abfall und klimaschädliche Emissionen an." Das schwäche die Glaubwürdigkeit der Uni.
Über 1.000 Tonnen Kohlendioxid
Alleine im letzten Jahr seien durch den Stromverbrauch über 1.000 Tonnen Kohlendioxid und 2,6 Kilogramm radioaktiver Abfall entstanden, haben die Studierenden ausgerechnet. Damit sich das ändert, solle die Universitätsleitung den Stromvertrag neu ausschreiben und dabei ökologische Kriterien zur Pflicht machen. Das sei möglich, die Uni Bremen beziehe bereits Ökostrom.
Es kann aber auch anders kommen. In Berlin gab es ebenfalls eine Online-Aktion für Ökostrom an den Hochschulen. Der Aufruf "Studieren ohne Kohle" sorgte zwar dafür, dass tatsächlich grüner Strom ausgeschrieben wurde, doch der Energieriese Vattenfall hat mit einem Trick den Zuschlag erhalten. Studierende verschiedene Hochschulen haben sich daher im Juni zu einem "Netzwerk Klimagerechte Hochschule" zusammengeschlossen.
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