Eon: Klimaproteste in England und Deutschland
Unter dem Motto »The Great Climate Swoop« haben am Samstag Hunderte KlimaschützerInnen versucht, eines der größten Kohlekraftwerke Großbritanniens zu stürmen. Bereits im Vorfeld waren zehn Personen unter dem Vorwurf der "Konspiration" festgenommen worden; den ganzen Tag über versuchten dann weitere Aktivisten, auf das Gelände des Kraftwerks Ratcliffe-on-Soar zu gelangen.
Demonstranten vor dem Kraftwerk Ratcliffe-on-Soar. (Foto: Climate Camp)
Die Proteste sollen bis Sonntag fortgesetzt werden. "Wir wollen an diesem Wochenende die Kontrolle über Ratcliffe übernehmen, denn es ist Zeit, sich eine Zukunft ohne Kohle vorzustellen", zitierte die Nachrichtenagentur AFP Kate Walker, die Sprecherin des britischen Klimacamps, das die Aktion initiiert hatte. Emily Highmore, eine britische Eon-Sprecherin, sagte der Agentur, das Verhalten der Demonstranten sei "unglaublich unverantwortlich".
Das 2.000-Megawatt-Kraftwerk ist seit Ende der sechziger Jahre in Betrieb, nach den Plänen von Eon soll es noch für mindestens 30 Jahre weiterbetrieben werden. Jährlich stößt es laut der Kraftwerksdatenbank CARMA etwa 13 Millionen Tonnen CO2 aus. Eon stand in den vergangenen Jahren in Großbritannien vor allem wegen seiner Pläne zum Neubau eines Kohlekraftwerks am Standort Kingsnorth in der Kritik. Allerdings wurden das Projekt kürzlich auf Eis gelegt.

Versuch, den Zaun zu überwinden. (Foto: Climate Camp)
Parallel zu den Aktionen in England fanden am Samstag auch hierzulande Proteste statt. Kritisiert wurden die europaweiten Pläne für neue Kohlekraftwerke (Holland, Belgien, Italien, Deutschland), sowie die Rolle des Konzerns als größtem Atomkraftwerksbetreiber in Deutschland.
Vor dem Eon-Büro in Berlin, Unter den Linden. (Foto: Hanno Böck)
In Berlin forderten AktivistInnen des BUND »Kohle nur noch zum Grillen«. Sie versammelten sich vor dem Sitz der Eon-Hauptstadt-Lobbyisten am Boulevard Unter den Linden. In Kassel wurde in der Fußgängerzone ebenfalls gegrillt.

Vor dem hessischen Kraftwerk Staudinger, wo Eon einen 6. Block plant. (Foto: Steffen Borchert)
Im hessischen Hainburg vor dem Kraftwerksstandort "Staudinger" wurde ebenfalls demonstriert. Vergangene Woche hatten Gerüchte die Runde gemacht, Eon habe seine Pläne für einen dort geplanten neuen Kohleblock aufgegeben - diese wurden vom Unternehmen allerdings prompt dementiert. Eon plant hier den Bau eines 1100 Megawatt-Kohleblocks.
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