Aus für Bundeswehr-Bombodrom
Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) und der Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, verkündeten am Donnerstag das Aus für den Luft-Boden-Schießplatz Kyritz-Ruppiner Heide - auch "Bombodrom" genannt. "Wir haben sehr sorgfältig die Erfolgsaussichten überprüft", sagte der Verteidigungsminister. "In diesem Gesamtabwägungsprozess kommen wir zu dem Ergebnis, dass die Bundeswehr auf die Nutzung von Wittstock als Luft- Boden-Schießplatz verzichten wird." Damit ist der Kampf um das 142.000 Hektar große sogenannte "Bombodrom" zu Ende.

Wir sind die Sieger!!! (Foto: campact)
Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit: Das Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg (OVG) hatte am 27. März der Bundeswehr schwere Planungsfehler bescheinigt und die Aufhebung der Betriebserlaubnis für das Militärgelände durch das Verwaltungsgericht Potsdam 2007 bestätigt. Jung entschied nun lediglich, gegen das Urteil keine Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht einzulegen. Zuvor hatte die Bundeswehr bereits 27 Prozesse verloren.
"Das ist der Tag, auf den wir seit Jahren hin gearbeitet haben", sagte Benedikt Schirge, Sprecher der Initiative "Freie Heide". Nach 17 Jahren demokratischen Widerstandes kündigte er für kommenden Sonntag ein entsprechend gebührendes Fest an. Das Wald- und Heidegebiet des "Bombodroms" hatte bereits die Sowjetarmee nach 1946 genutzt. Bis zu 25 000 Mal im Jahr übte sie dort Bombenabwürfe. Dabei verloren Flugzeuge auch schon mal zu früh ihre Last, so dass Häuser beschädigt wurden.
In ihrem Protest hatten die "Freie Heider" auch den Klimaschutz ins Feld geführt: Bei den Übungsflügen enstehen erhebliche Mengen Kohlendioxid. Konsequenterweise war die Initiative "Freie Heide" auch an den Vorbereitungen zur Klimademo in Jänschwalde und am Brandenburger Bürgerbegehren "Keine neuen Tagebaue" beteiligt.
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