Ärzte warnen vor neuen Kohlekraftwerken
30 Ärzte aus Brunsbüttel und Umgebung haben am Montag vor den Gefahren von Kohlekraftwerken auf die Gesundheit gewarnt. Durch die Verbrennung von Kohle würde nicht nur das Klima durch den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid geschädigt: Es würden auch große Mengen umwelt- und gesundheitsschädigender Schadstoffe wie Stickoxide oder Quecksilber freigesetzt.
In der norddeutschen Kleinstadt Brunsbüttel sollen gleich drei große Kohlekraftwerke gebaut werden. Neben den Ärzten kritisieren auch Umweltverbände, die lokale Bauernschaft und die Bürgerinitiative Gesundheit und Klimaschutz Unterelbe (BiGKU) den zu erwartenden massiven Anstieg der Schadstoffemissionen in Brunsbüttel und den umliegenden Gemeinden.
In Deutschland sind mehr als 30 neue Kohlekraftwerke geplant: "An vielen Standorten warnen Ärzte-Initiativen vor einem Anstieg der Schadstoffbelastung und vor den Auswirkungen auf die Bevölkerung", sagt Daniela Setton von der Klima-Allianz. Die Ärzteinitiative Wilhelmshaven weise etwa in einem offenen Brief darauf hin, dass die Grenzwerte für die Feinstaubbelastung in Deutschland einen vierfach höheren Wert betragen als von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen.
Die Initiative "Wiesbadener Ärztinnen und Ärzte gegen das geplante Kohlekraftwerk" sieht zudem einen engen Zusammenhang zwischen der Sterblichkeitsrate und der Feinstaubbelastung: Mit der Planung von neuen Kohlekraftwerke werde eine Zunahme von Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen in Kauf genommen. Durch erhöhte Mengen an Feinstaub in der Atemluft steige das Risiko der Erkrankung und somit auch die Sterblichkeitsrate.
Foto: Bürgerinitative Brunsbüttel
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