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Sondierung beginnt mit Klimaprotest

Zum Beginn der Sondierungsgespräche um eine neue große Koalition am heutigen Sonntag haben Greenpeace-Aktivisten für mehr Klimaschutz und einen raschen Kohleausstieg demonstriert. Mit einem fünf Meter hohen, aufblasbaren Braunkohle-Baggerrad zogen sie vor die SPD-Zentrale in Berlin, wo die Gespräche zunächst stattfanden. "Das Klima verhandelt nicht – Kohleausstieg starten!" hieß es auf Plakaten.

BildIm Willy-Brandt-Haus in Berlin begannen heute Vormittag die neuen Groko-Sondierungen. Mit einem aufblasbaren Braunkohlebaggerrad protestierten Aktivisten vor der SPD-Parteizentrale. (Foto: Jan Zappner/​Greenpeace)

"Eine neue große Koalition muss die Versäumnisse der vergangenen Legislaturperiode ausräumen und endlich effektive Maßnahmen zum Klimaschutz ergreifen", sagte Martin Hofstetter von Greenpeace. Die Kohleverstromung müsse "geordnet, sozial verträglich und zügig bis 2030" beendet werden.

Bereits im November hatte die Umweltorganisation von dem Beratungsinstitut Energy Brainpool in einer achtseitigen Kurzanalyse durchrechnen lassen, dass Kraftwerke mit einer Gesamtkapazität von rund 17.000 Megawatt innerhalb der kommenden drei Jahre vom Netz genommen werden können, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden.

Das würde Deutschlands CO2-Ausstoß bis 2020 um 88 Millionen Tonnen senken, ergeben die Berechnungen. Das deutsche Klimaziel für 2020, das nach jetzigem Stand weit verfehlt werden dürfte, wäre damit erreicht. "Klimaschutz ist machbar", sagte Hofstetter. "Dafür braucht es den politischen Mut, Kohlekraftwerke abzuschalten."

Nach einer aktuellen Auswertung von dieser Woche hat der Stromexport aus Deutschland im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Demnach verkaufte die Bundesrepublik 2017 per Saldo gut 60 Milliarden Kilowattstunden Strom ins Ausland. Das entspricht rund einem Zehntel des in Deutschland verbrauchten Stroms.

klimaretter.info/vk

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