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Agrarlobbyist wird "Dinosaurier des Jahres"

Der Naturschutzbund Nabu verleiht seinen Schmähpreis "Dinosaurier des Jahres" in diesem Jahr an Joachim Rukwied, den Chef des Deutschen Bauernverbands (DBV). Der Verband ist als Verfechter der konventionellen Landwirtschaft bekannt. Zuletzt machte er auf sich aufmerksam, als er die Entscheidung von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) unterstützte, das Pflanzengift Glyphosat weiter zuzulassen, obwohl es die Artenvielfalt bedroht und wahrscheinlich sogar Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit hat.

BildDer diesjährige "Dinosaurier des Jahres" geht an Bauernverbandschef Joachim Rukwied. (Foto: Nabu)

Statt die ökologischen Herausforderungen anzunehmen, behaupte Rukwied, die Branche sei bereits nachhaltig, beklagt der Nabu. Dass das nicht zutrifft, zeigen beispielsweise die Treibhausgasemissionen des Sektors: Sie stagnieren weitgehend, in den vergangenen Jahren stiegen sie sogar wieder an. Der größte Teil der Emissionen entsteht, wenn Bauern mit Mist oder stickstoffhaltigen Lösungen düngen oder Feuchtgebiete umbaggern. Nutztiere pusten bei der Verdauung knapp ein Drittel der klimaschädlichen Gase in die Luft – und sie alleine fressen mit 60 Prozent den Großteil der deutschen Ernte.

Der Nabu vergibt den "Dinosaurier des Jahres" seit 1993 an Personen, die sich seiner Ansicht nach durch besonders rückschrittliches Engagement in Sachen Natur- und Umweltschutz hervorgetan haben. Er geht in der Regel an Industrievertreter oder auch Minister. Die Hoffnung der Naturschützer ist es, einen Dialog mit den Ausgezeichneten zu eröffnen. "Wir verlangen das Ende der Blockadehaltung von der DBV-Spitze", sagte Nabu-Chef Olaf Tschimpke. "Ich fordere Herrn Rukwied ausdrücklich zum Gespräch und Austausch auf."

klimaretter.info/scz

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