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Hambacher Forst: RWE muss Roden stoppen

Der Energiekonzern RWE musste seine Rodungsarbeiten im Hambacher Forst am heutigen Dienstag um 18 Uhr stoppen. Das verfügte das Oberverwaltungsgericht Münster heute auf Antrag des nordrhein-westfälischen Landesverbands des BUND. RWE will auf dem Waldgebiet seinen Braunkohletagebau erweitern. Möglicherweise ist der Rodungsstopp aber nicht von Dauer, es handelt sich um eine Zwischenentscheidung.

BildDer Hambacher Forst und der Tagebau Hambach. (Foto: Johannes Fasolt/Wikimedia Commons)

Der BUND hat eigentlich einen dauerhaften Rodungsstopp beantragt. Für einen endgültigen Beschluss braucht das Gericht aber länger. Wenn RWE derweil noch Bäume fällt und so Fakten schafft, würde das einen möglichen positiven Bescheid für den BUND ad absurdum führen – deswegen muss der Konzern die Abholzung erst einmal einstellen.

Der Umweltverband lobte den Beschluss erwartungsgemäß. Bei RWE hieß es, man nehme ihn "überrascht" zur Kenntnis. Der Konzern geht davon aus, dass die letztendliche Entscheidung in seinem Sinne ausfallen wird.

Am Freitag hatte das Verwaltungsgericht Köln noch einen Eilantrag abgewiesen, mit dem der nordrhein-westfälische BUND den weiteren Ausbau des Braunkohletagebaus Hambach hatte stoppen wollen. Am Montag begannen dann die Rodungsarbeiten.

RWE hat es beim Hambacher Forst nicht nur mit dem BUND und einem breiten Anti-Kohle-Bündnis mit weiteren Umweltorganisationen zu tun. In der Nacht zum Samstag blockierten unabhängige Klimaaktivisten nach eigenen Angaben die Gleise der Hambachbahn. Die Polizei bestätigte, dass sechs Personen an der Aktion beteiligt waren; vier davon hätten sich an die Gleise der Bahn gekettet. Über die Hambachbahn versorgt RWE seine Kraftwerke Niederaußem, Frimmersdorf und Neurath mit Braunkohle.

Etliche Bäume des Hambacher Forstes sind außerdem seit fünf Jahren besetzt. Kohlegegner haben sich in den Wipfeln Baumhäuser gebaut, die mittlerweile drei "Dörfer" bilden.

Sehen Sie dazu unsere Foto-Video-Strecke: Hambacher Forst: Ruhe nach dem Sturm

"Wir haben eine moralische Verantwortung für unsere letzten alten Laubwälder", appelliert der Förster und Buchautor Peter Wohlleben an die Politik. (Video: Hambacher Forst/​Vimeo)

klimaretter.info/scz

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