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Aktivisten blockieren Kohlekraftwerk

Klimaaktivisten blockieren das RWE-Braunkohlekraftwerk Weisweiler in der Nähe von Aachen. Die Anti-Kohle-Gruppe "Zucker im Tank" gab bekannt, seit den frühen Morgenstunden durch "Dreibein-, Kletter- und Ankettvorrichtungen" die Kohlezufuhr der Anlage abzuschneiden. Aktivisten sprechen von "mehreren Dutzend" Beteiligten, die Polizei bislang nur von "mehreren". Sie will die Besetzung räumen.

BildKohlegegner besetzen das Kraftwerk Weisweiler. (Foto: Zucker im Tank)

Anlass für die Aktion ist den Kohlegegnern zufolge der Klimawandel. Den Weltklimagipfel in Bonn, bei dem am Nachmittag Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auftreten soll, wollen sie dafür nutzen, um auf die Dringlichkeit des Klimawandels aufmerksam zu machen. "Klimagerechtigkeit entsteht nicht am Verhandlungstisch, sondern durch den sofortigen Ausstieg aus fossiler Energie", sagte Aktivistin Anna Marau. Zahlreiche Länder haben ihren Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung bereits angekündigt, zuletzt Italien und die Niederlande.

Großbritannien und Kanada – beide bereits mit festem Kohleausstiegsjahr – haben auf der Konferenz eine Kampagne gestartet, mit der sie andere Staaten überzeugen wollen nachzuziehen. Die schwarz-rote Bundesregierung in der vergangenen Legislaturperiode hatte sich den Kohleausstieg jedoch nicht vorgenommen, sondern diesen blockiert. Auch in den laufenden Sondierungsverhandlungen für eine "Jamaika"-Koalition konnten sich die Parteien bislang nicht darauf einigen.

Das Kraftwerk Weisweiler liegt in der Stadt Eschweiler im Großraum Aachen. Es wird mit Braunkohle befeuert, die der Kohlekonzern RWE im nahegelegenen Tagebau Inden abbaut. Der britischen Organisation Sandberg zufolge steht Weisweiler bei den Treibhausgasemissionen unter allen EU-Kraftwerken an fünfter Stelle.

klimaretter.info/scz

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