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Indisches Mädchen verklagt Regierung

Die neunjährige Inderin Ridhima Pandey hat ihre Regierung verklagt. Weil die Administration nicht versuche, den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen zu begrenzen, reichte die Tochter eines Umweltschützers aus dem nördlichen Bundesstaat Uttarakhand Klage gegen das Umweltministerium ein. Die Regierung hat zwar das Pariser Klimaschutzabkommen ratifiziert, sie unternehme aber nichts, wird in der 52-seitigen Klageschrift argumentiert. Die Klage soll vor dem National Green Tribunal, einem Gericht für Umweltangelegenheiten, verhandelt werden.

BildVor allem die jungen und die künftigen Generationen werden mit den Auswirkungen des Klimawandels zu kämpfen haben. (Foto: Axel Boldt/​Wikimedia Commons)

"Als Kind ist die Antragstellerin Teil einer Gruppe, die unter allen Indern am meisten anfällig für Klimaveränderungen und trotzdem nicht Teil des politischen Entscheidungsprozesses ist", heißt es in der Klageschrift. Die Regierung habe es versäumt, wirksame und wissenschaftlich fundierte Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen. Ohne die sofortige Senkung der Emissionen von CO2 und anderen Treibhausgasen, die den Klimawandel verursachen, würden die Kinder von heute und der Zukunft unverhältnismäßig stark unter den Gefahren und den katastrophalen Auswirkungen der Destabilisierung des Klimas und der Ozeanversauerung leiden. Deshalb fordert Pandey die Verabschiedung eines nationalen Klimaschutzplans.

Mit seiner Selbstverpflichtung hatte Indien vor knapp zwei Jahren das Ziel ausgegeben, dass seine Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um 33 bis 35 Prozent im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt sinken sollen. Um das Ziel zu erreichen, will Indien seine Ökoenergien massiv ausbauen. 2030 sollen regenerative Quellen 40 Prozent im Strommix ausmachen.

Auch in den USA hatten Kinder und Jugendliche über die Organisation "Our Children's Trust" in einzelnen US-Bundesstaaten und auf Bundesebene Klagen eingereicht, um die Behörden zu mehr Klimaschutz zu bewegen. In den Bundestaaten Massachusetts, Washington und Oregon waren die Klagen erfolgreich. Auch in in den Niederlanden, wo 900 Bürger das Gericht angerufen hatten, waren ähnliche Klagen bereits erfolgreich. Allerdings legte die niederländische Regierung Berufung ein. In Indiens Nachbarland Pakistan hatte ein Bauer auf mehr Klimaschutz geklagt, der die Sorgepflicht des Staates gegenüber seiner Bürger verletzt sah. Im November vergangenen Jahres reichten zudem mehr als 100 Seniorinnen aus der Schweiz Klage gegen ihren Staat ein, weil die verfehlte Klimapolitik zu einer Zunahme gesundheitsbelastender Wetterextreme führe.

klimaretter.info/kir

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