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Unkontaktierte: Ölkonzern zieht zurück

Der anhaltende Protest indigener Gruppen gegen die Erdölsuche des kanadischen Unternehmens Pacific E&P im Amazonas-Regenwald hat einen kleinen Teilerfolg errungen. Der Konzern kündigte an, sich von einem Areal im Grenzgebiet zwischen Peru und Brasilien zurückzuziehen, in dem mehrere unkontaktierte Völker leben, wie die Menschenrechtsorganisation Survival International mitteilte. In einem Schreiben habe Pacific E&P erklärt, "mit sofortiger Wirkung" auf die Erkundungsrechte in dem Teilgebiet zu verzichten. Der Konzern besitzt dort Lizenzen zur Ölsuche.

BildDer Amazonas-Regenwald ist die Heimat vieler indigener Gemeinschaften. Inzwischen ist wissenschaftlich erwiesen und offiziell anerkannt, das sie den Wald am effektivsten schützen. (Foto: Eskinder Debebe/​UN Photo)

Mit dem Schritt reagierte der Konzern auf den jahrelangen Protest mehrerer indigener Organisationen. Darunter ist auch der peruanische Indigenen-Verband Aidesep, der Anfang des Jahres die peruanische Regierung verklagt hatte, weil diese mehrere unkontaktierte Völker nicht ausreichend vor Kontakten und damit vor Krankheiten sowie der Zerstörung ihrer Umwelt schütze. Aidesep ruft seit 14 Jahren zum Schutz des Indigenen-Gebiets Yavari Tapiche auf. Das Gebiet, das Pacific E&P künftig meiden will, ist der sogenannte Ölblock 135.

Stephen Corry, Chef von Survival International, nannte den Schritt von Pacific E&P eine "großartige Nachricht" für die weltweite Kampagne zum Schutz unkontaktierter Völker. "Allen unkontaktierten Völkern droht eine Katastrophe, falls ihr Land nicht geschützt wird", betonte der britische Anthropologe. "Wir glauben, dass sie ein wichtiger Teil der menschlichen Vielfalt sind und ihr Recht auf Leben geschützt werden muss." Im Grenzgebiet zwischen Peru und Brasilien leben nach Angaben von Survival International so viele unkontaktierte Völker wie sonst nirgends.

Waldrechte für indigene und lokale Gemeinschaften bringen Studien zufolge viel mehr für den Klimaschutz als staatliche oder private Kontrollsysteme. Im Jahr 2015 hatten indigene Führungspersönlichkeiten aus dem Amazonas-Regenwald einen entsprechenden Plan vorgelegt, der so viel Kohlendioxid dauerhaft binden soll, wie die Menschheit in drei Jahren emittiert. Der als "indigenes REDD" bekannt gewordene Vorschlag fand aber bisher nicht genügend Unterstützung.

klimaretter.info/em

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