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Bundesweiter Protest gegen Atomkraft

In 90 deutschen Städten planen Atomkraftgegner am morgigen Samstag einen breiten Protest zum sechsten Jahrestag der Fukushima-Katastrophe. Neben Demonstrationen und Mahnwachen sollen auch Ausstellungen auf die Gefahren durch die Atomkraftwerke hinweisen. In Europa sind über 60 Atomkraftwerke schon länger als 30 Jahre in Betrieb, einige davon sogar schon über 40 Jahre.

BildDie Atomkraft ist aus Sicht vieler Bürger nicht beherrschbar und muss deshalb gestoppt werden. (Foto: Schulze von Glaßer)

"Auch sechs Jahre nach dem Beginn der Katastrophe von Fukushima ist Deutschland nach Frankreich zweitgrößter Produzent von Atomstrom in der EU", sagte Jochen Stay von der Anti-Atom-Organisation Ausgestrahlt. Der angekündigte Ausstieg komme viel zu langsam voran. "Ein Super-GAU mit verheerenden Folgen ist auch bei uns jeden Tag möglich", warnte Stay weiter. Auch in Berlin wollen morgen neben Atomkraftgegnern auch Musiker und andere Künstler vor den Gefahren der Atomkraft warnen und für ein Aus der umstrittenen Technik demonstrieren.

Vor sechs Jahren kam es nach einem Erdbeben und einem Tsunami mit 18.500 Toten am 11. März nahe der japanischen Stadt Fukushima zu einer der größten Atomkatastrophen der Geschichte. In drei Reaktoren des AKW Fukushima fand eine Kernschmelze statt, dabei traten enorme Mengen radioaktiver Strahlung aus – mit schweren Konsequenzen für Menschen und Umwelt. Ungefähr 170.000 Einwohner mussten evakuiert werden. Die Kosten der Katastrophe werden auf mehr als 150 Milliarden Euro geschätzt. Erst kürzlich wurden in Fukushima die höchsten je gemessenen Strahlungswerte festgestellt. Bis heute leben Hunderte Menschen in Notunterkünften.

Schon am heutigen Freitag hatten rund 30 Aktivisten die beiden Zugänge zum Atomkraftwerk Brokdorf an der Unterelbe blockiert und die sofortige Schließung des Kraftwerks gefordert. "Wer von Atomausstieg spricht, darf diesen nicht irgendwann in die Zukunft verlegen", sagte eine Aktivistin. "Atomanlagen sind jeden einzelnen Tag gefährlich und können jederzeit zu einem Desaster wie in Fukushima oder Tschernobyl führen."

Erst im Februar erfolgte die jährliche Revision des von Eon betriebenen Kraftwerks mit umfangreichen Prüfungen und Instandhaltungsarbeiten. 60 der 193 Brennelemente sollten im Zuge dessen durch neue ersetzt werden. Dabei stellte sich heraus, dass die Brennelemente außergewöhnlich starke Oxidschichten gebildet hatten. Das AKW Brokdorf soll Ende 2021 seinen Betrieb einstellen.

klimaretter.info/kir

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