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Neuer Ölrausch in der Arktis

Mit Kajaks und Schlauchbooten hat die Umweltorganisation Greenpeace am Montag gegen neue Ölbohrungen in der Arktis protestiert. Ziel der Aktion war die Bohrplattform "Songa Enabler" der Firma Statoil, die im Fjord in der Nähe von Tromsø überwinterte und gestern in Richtung des neuen Ölfeldes Korpfjell gestartet ist. "Das erste Mal vergibt die norwegische Regierung Bohrlizenzen so hoch im Norden", sagte der Greenpeace-Ölexperte Jörg Feddern. "Das Risiko für Unfälle ist in dieser Region durch die unwirtlichen Bedingungen besonders hoch."

BildGreenpeace-Aktivisten protestieren vor der Ölplattform "Songa Enabler" vor der norwegischen Küste gegen die geplanten Bohrungen in der nördlichen Barentssee. (Foto: Will Rose/​Greenpeace)

Insgesamt zehn Unternehmen, darunter Dea Norge, Tochterfirma der Dea Deutsche Erdöl AG, sowie Chevron und Lukoil hatten sich Mitte 2016 bei der ersten Vergaberunde seit 20 Jahren Bohrrechte gesichert. Grund sind die erschöpften Ölvorräte der laufenden Förderung in Norwegen. Dabei vermutet die norwegische Regierung im hohen Norden besonders große Ölvorkommen. "Norwegen hat als einer der ersten Staaten das Weltklimaabkommen unterzeichnet und kurz danach die Bohrrechte vergeben – das ist ein eklatanter Widerspruch", sagte Feddern.

Die Umweltorganisation hatte deshalb schon im Oktober gegen die Regierung in Oslo Klage eingereicht. "In der norwegischen Verfassung verpflichtet sich der Staat dazu, Umwelt und Klima zu schützen und den nächsten Generationen eine intakte Umwelt zu hinterlassen", so Feddern. Die Vergabe von Bohrrechten in der Arktis heize nicht nur den Klimawandel an, sondern stelle auch eine Bedrohung für die unberührte Natur der Arktis dar. Eine Entscheidung des Gerichts wird im November dieses Jahres erwartet. Der Ölkonzern Statoil hat jedoch angekündigt, bereits im Sommer mit den ersten Bohrungen zu beginnen. 

klimaretter.info/sg

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