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1.200 protestieren am Hambacher Forst

Rund 1.200 Braunkohlegegner haben am vergangenen Sonntag erneut gegen eine weitere Abholzung im Hambacher Forst demonstriert. Bekleidet mit roten Jacken und Mützen und ausgestattet mit langen roten Bändern bildeteten die Demonstranten eine rund zwei Kilometer lange Menschenkette auf der ehemaligen Trasse der Autoabbahn A4. Damit wollen sie dem Energiekonzern RWE eine "rote Linie" aufzeigen, hinter der keine Rodungen für den Tagebau Hambach mehr vorgenommen werden sollen.

Allerdings hat der Kohlekonzern, der die diesjährige Rodungssaion für beendet erkärt hat, diese Grenze dabei bereits überschritten. Auch südlich der alten Trasse ließ der Tagebaubetreiber – von massiven Protesten begleitet – zwischen Oktober und Februar Bäume fällen. Rund 70 Hektar Wald wurden dabei vernichtet. Die Braunkohlegegner fordern RWE auf, in der kommenden Saison auf eine weitere Abholzung zu verzichten.

Gegenwärtig existieren gerade noch 800 Hektar des ehemals 4.500 Hektar großen Waldgebietes, das eine über 10.000-jährige Geschichte hat. Zu der Menschenkette hatten die örtliche Bürgerinitiative Buirer für Buir und der Waldpädagoge Michael Zobel aufgerufen. Erstmals waren auch Protestierende aus Belgien und den Niederlanden angereist.

Auch eine Online-Petition, die bereits von mehr als 20.000 Unterstützern unterschrieben wurde, fordert den Erhalt der verbliebenen Reste des ehemaligen Bürgewaldes. "Wir fordern die Landes- und Bundesregierung auf, sich endlich zu einem verbindlichen Kohleausstiegsplan zu bekennen", sagte die Initiatorin der Petition Antje Grothus. Ein konkretes Ausstiegsdatum für die Kohle hat die Bundesregierung in ihrem Klimaschutzplan nicht genannt. Einer Analyse des Thinktanks Climate Analytics zufolge müssten in der EU bis 2031 alle Kohlekraftwerke vom Netz, wenn die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad beschränkt werden soll.

klimaretter.info/kir

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