Honduras: Erneut Umweltaktivist getötet

Im zentralamerikanischen Honduras ist erneut ein Umweltaktivist getötet worden. Medienberichten zufolge wurde José Santos Sevilla am Freitag von fünf bewaffneten Männern umgebracht, die in sein Haus eingedrungen waren. Sevilla war einer der Anführer der indigenen Bevölkerungsgruppe der Tolupan, der 18.000 Menschen aus ingesamt 28 Stämmen angehören.

BildBlick auf Tegucigalpa: Fast zwei Millionen der neun Millionen Honduraner leben im Ballungsraum der Hauptstadt. (Foto: Nan Palmero/Flickr)

Santos Sevilla sei "dasselbe" passiert wie Berta Cáceres, die vor etwa einem Jahr ermordet worden war, sagte Bertha Oliva vom Komitee der Familien gefangener und festgenommener Menschen in Honduras der Nachrichtenagentur AFP. Die 43-jährige Cáceres war Gründerin und Koordinatorin der Indigenen-Organisation COPINH. Sie hatte vor allem gegen das Staudammprojekt Agua Zarca am Río Gualcarque im nordwestlichen Honduras gekämpft, an dem auch der deutsche Technologiekonzern Siemens beteiligt ist.

Oliva verwies auch auf einen aktuellen Bericht der britischen Menschenrechtsorganisation Global Witness. Demnach wurden in Honduras seit dem Jahr 2010 über 120 Menschen getötet, die sich gegen Staudämme, Bergbau oder Abholzung von Wäldern eingesetzt hatten. Sie seien vom Militär, privaten Sicherheitskräften oder Auftragsmördern umgebracht worden. Zahlreiche andere seien bedroht oder angegriffen worden oder kamen ins Gefängnnis. Die Organisation hält Honduras neben Brasilien und Peru für die gefährlichsten Länder für Umweltaktivisten.

Honduras gehört zu den ärmsten Ländern Mittelamerikas. Zugleich verfügt das Land über einen großen Naturreichtum. Dazu gehören Regenwaldgebiete sowie das weltweit zweitgrößte Korallenriff. Allerdings nimmt die Umweltzerstörung in Honduras stetig zu, durch illegales Abholzen und Brandrodungen sowie durch Überfischung und Meeresverschmutzung.

klimaretter.info/fm

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