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Fracking-Pipeline: Rückschlag für Sioux

Ein US-Bundesgericht hat eine Klage zweier Sioux-Stämme abgelehnt – der Bau der umstrittenen Dakota Access Pipeline geht nach Plan weiter. Die Indigenen hatten einen Baustopp per Einstweiliger Anordnung gefordert, weil sie eine Verunreinigung des Trinkwassers von insgesamt mehreren Millionen Menschen befürchten. Außerdem werfen sie dem Bauunternehmen vor, bereits heilige Grabstätten und Gebetsorte zerstört zu haben.

BildSeit fast einem Jahr protestieren Sioux und Klimaschützer gegen die Dakota Access Pipeline. (Foto: Desiree Kane/​Wikimedia Commons)

Richter James Boasberg sieht die Bedrohung derzeit nicht gegeben. Die Begründung: Es fließe ja noch kein Öl, das das Trinkwasser verunreinigen könnte. Boasberg verpflichtete die Baufirma allerdings dazu, wöchentlich darüber zu informieren, wie das Projekt voranschreitet und ab wann Öl fließen könnte. Der Anwalt der Sioux geht davon aus, dass das bereits in einem Monat der Fall sein könnte, die Firma spricht derzeit von etwa einem Vierteljahr. Für den 27. Februar setzte Boasberg in Hinblick darauf eine Anhörung an.

Der fragliche Abschnitt einer insgesamt 1.900 Kilometer langen Ölpipeline soll die Fracking-Gebiete im Bundesstaat North Dakota mit Industrieanlagen in Illinois verbinden. Kritisiert wird das Projekt nicht nur von den Sioux, sondern auch von Klimaaktivisten, die befürchten, dass neue Pipelines das klimaschädliche Fracking begünstigen und die Energiewende ausbremsen. Seit fast einem Jahr protestieren die Sioux und ihre Unterstützer mit Demonstrationen, einem großen Protestcamp und einem Marsch nach Washington.

Das US Army Corps of Engineers (USACE), das vor Ort über die Rechte an Grund und Boden verfügt, hatte den Bau daraufhin im Dezember gestoppt. Der neue US-Präsident Donald Trump, ein Klimaskeptiker und Förderer der Ölindustrie, hob den Baustopp nach Amtsantritt kurzerhand eigenmächtig auf.

klimaretter.info/scz

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