"Lausitz ist mehr als die Lausitzrunde"

Drei Monate nach den die Region aufwühlenden Anti-Kohle-Aktionen bieten neun zivilgesellschaftliche Organisationen der Politik ihre Zusammenarbeit zur Gestaltung der Zukunft der Lausitz an. In einem jetzt veröffentlichen offenen Brief an die Kommunalvertreter der Lausitz wehren sich die Organisationen gleichzeitig dagegen, dass die Diskussion um die Zukunft der Kohle und der Region "zu einer Debatte im Tenor von 'Gewalt und Terror'" gemacht werde. Das lenke nur von zentralen Fragen des Strukturwandels in der Lausitz ab.

BildWas kommt nach der Kohle? Großprojekte wie das Motodrom "Lausitzring" sind veritable Flops geworden. (Foto: Lausitzring)

Die neun Unterzeichner sind fast durchweg Umweltorganisationen und Initiativen aus der Region: Allianz für Welzow, Attac Cottbus, Bündnis Ende Gelände, Bündnis Strukturwandel jetzt – Kein Nochten II, Grüne Zukunft Welzow, Lausitzer Allianz, Łužyski camp – Lausitzer Klima- und Energiecamp, Robin Wood Cottbus sowie die Umweltgruppe Cottbus in der Grünen Liga.

Zwar bewerten die neun Organisationen die Proteste von Pfingsten "deutlich unterschiedlich", wie sie in einer Mitteilung zu dem offenen Brief erläutern. Was die Gruppen aber eine, sei die Sorge, dass "die zentrale Frage aus den Augen verloren wurde, wie die Zukunft der Lausitz nach dem Ende der Kohleverstromung zu gestalten sei".

Die Antworten müssten, ist im offenen Brief zu lesen, "gemeinsam gefunden werden und nicht in einem kleinen abgeschlossenen Kreis, der unter anderem durch den Pro Lausitzer Braunkohle e.V. initiiert wurde". Diesen Kreis, die sogenannte Lausitzrunde, sehen die Umweltorganisationen als nicht legitimiert an, alle Lausitzer zu vertreten und für diese zu sprechen. Bislang seien von dort auch keine zukunftsweisenden Konzepte oder Ideen bekannt geworden. Stattdessen – so die Organisationen in ihrem Begleitschreiben – behaupte die Lausitzrunde in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass die Region hinter der Kohleverstromung stehe und der Anstoß zum Kohleausstieg lediglich von außen, von der Bundesebene gekommen sei.

Die Kommunalpolitiker der Lausitz dürften sich jetzt "nicht einigeln und klammheimlich oder öffentlich auf ihrer Kohleposition beharren", mahnte Adrian Rinnert vom Bündnis Strukturwandel jetzt – Kein Nochten II. "Die Zeit der Braunkohle geht vorüber – dieser Teil des Strukturwandels lässt sich nicht aufhalten, aber gestalten." Dafür, so Rinnert, böten die neun Organisationen ihre Unterstützung und ihr Engagement an.

klimaretter.info/jst

[Erklärung]  
Anzeige
blog comments powered by Disqus

Anzeige

Anzeige

Kolumnen

Alle Kolumnen lesen
Alle Herausgeber-Interviews lesen