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Weltsozialforum beginnt in Montréal

Mit Kulturaktionen und einer Demonstration beginnt heute Nachmittag im kanadischen Montréal das Weltsozialforum. Die Teilnehmer wollen den "Zusammenhalt und Respekt zwischen den Menschen und einen rücksichtsvolleren Umgang mit den Grenzen des Planeten beherzigen". Neben Klimawandel und Umweltschutz stehen vor allem soziale Ungleichheit, Flucht, Steuergerechtigkeit und Chancen für die Jugend auf der Agenda der Globalisierungskritiker.

BildErstmals hatten sich die Globalisierungskritiker 2001 im brasilianischen Porto Alegre getroffen. (Foto: Weltsozialforum)

Mehr als 50.000 Aktivisten von etwa 5.000 Organisationen und Initiativen werden erwartet. Das Treffen bietet hunderte Protestaktionen, Diskussionsforen und weitere Veranstaltungen. Gegründet wurde das Weltsozialforum 2001 als Gegenentwurf zum Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Nobelkurort Davos sowie zu den Gipfeltreffen der damaligen G7 und G20, damals fand es in Porto Alegre in Brasilien statt.

Montréal ist als Veranstaltungsort umstritten. In 16 Jahren Bestehen findet das Weltsozialforum damit nämlich erstmals auf der Nordhalbkugel der Erde statt. Kritiker befürchten, dass dadurch das Ziel eines globalen Interessenausgleichs für den Süden auf der Strecke bleiben könnte. Die kanadische Großstadt ist schließlich in Unterkunft und Verpflegung teurer als bisherige Stätten des Forums. Außerdem hat Kanada gerade auf finanzieller Ebene strikte Einreisebedingungen: Etliche Aktivisten und politische Vertreter aus Asien und Afrika sollen kein Visum erhalten haben, weil sie nicht genug finanzielle Rücklagen nachweisen konnten. Befürworter weisen darauf hin, dass Armut mittlerweile auch auf der Nordhalbkugel eine große Rolle spiele. Außerdem erhoffen sie sich mehr mediale Aufmerksamkeit.

klimaretter.info/kir

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