An die F-60-Brücke gekettet

Im Braunkohletagebau Nochten im sächsischen Teil der Lausitz hatten sich am Montagmorgen drei Aktivisten der Gruppe Lautonomia an die Abraumförderbrücke angekettet. Das sei, teilte die Gruppe mit, mithilfe einer Metallrohrkonstruktion und zweier Fahrradschlösser an dem Punkt der F-60-Abraumförderbrücke geschehen, an dem zwei Abraum-Förderbänder zusammenlaufen. Zugleich sei ein – inzwischen wieder entferntes – Banner aufgehängt worden mit der Aufschrift: "Wann begreift ihr endlich, dass man Geld nicht essen kann?" Mit der Aktion wolle die Gruppe auf die "massiven lokalen und globalen Folgen der Kohleverstromung" aufmerksam machen.

BildBraunkohletagebau Nochten: Über die F-60-Förderbrücke wird der über der Kohle befindliche Abraum in luftiger Höhe quer über den Tagebau transportiert. (Foto: SPBer/Wikimedia Commons)

Der Vattenfall-Sprecher für die Lausitz, Thoralf Schirmer, bestätigte gegenüber klimaretter.info die Besetzung der Nochtener Förderbrücke, wollte aber nicht darüber Auskunft geben, ob der Abraumtransport wegen der Besetzung angehalten worden sei. Nach Angaben der Aktivisten ist dies aber der Fall. "Die Produktion des Tagebaus Nochten ist nicht beeinträchtigt", betonte Schirmer. Nach über zehn Stunden wurde die Besetzung der Brücke gegen 16 Uhr von der Polizei beendet, wie die Aktivisten mitteilten. Gegen die drei Besetzer soll wegen Nötigung und Hausfriedensbruch ermittelt werden.

Die Aktion soll auf die seit einem Monat bestehende "Besetzung Lautonomia" zwischen den Orten Schleife und Mühlrose, sorbisch Slepo und Miłoraz, in der Oberlausitz hinweisen. Anfang März hatten die Kohlegegner direkt an der Rodungsgrenze des Großtagebaus Nochten unter anderem mehrere Plattformen auf Bäumen errichtet. Ziel ihrer Aktionen sei es, hatten die Initiatoren mitgeteilt, den Fortgang des Tagebaus zu blockieren und ein langfristiges Widerstandsprojekt in der Lausitz zu schaffen.

Der Beitrag wurde am Montag gegen 22 Uhr aktualisiert.

klimaretter.info/jst

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