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Stopp von Wasserkraft-Projekten gefordert

Anlässlich des heutigen Weltwassertages beklagen Umweltverbände die Naturzerstörungen und Menschenrechtsverletzungen durch Wasserkraftprojekte. Der Bau und die Finanzierung von naturzerstörenden Großstaudämmen müssten gestoppt, die Flüsse und die Rechte der lokalen Bevölkerung geschützt werden, fordern die Verbände Euronatur und BUND. Auch Greenpeace protestierte in Brasilien gegen einen geplanten Megastaudamm im Amazonasbecken.

BildHoch umstritten: Der Drei-Schluchten-Damm in China ist etwa 2,3 Kilometer breit – in Brasilien ist ein Megastaudamm mit 7,6 Kilometern Breite geplant. (Foto: Christoph Filnkößl/Wikimedia Commons)

Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger nannte als ein weiteres Beispiel den Agua-Zarca-Staudamm am Río Gualcarque in Honduras. Dort war erst am vergangenen Dienstag der Umweltaktivist Nelson García erschossen worden, nachdem er mit der Indigenen-Organisation COPINH gegen das Vorhaben protestiert hatte. Zwei Wochen zuvor war Garcías Mitstreiterin, die Goldman-Preisträgerin Berta Cáceres, ermordet worden. Weiger forderte die deutschen Konzerne Siemens und Voith auf, die Beteiligung an dem "für Menschen und Natur verheerenden Projekt" sofort zu beenden.

Euronatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer kritisierte besonders den geplanten Neubau von über 2.000 Wasserkraftwerken auf dem Balkan, darunter ein Projekt in der Vjosa in Albanien, einem der letzten Wildflüsse in Europa. "Die sich abzeichnende Zerstörung der letzten frei fließenden Flüsse auf dem Balkan muss dringend verhindert werden", forderte Schwaderer.

Auch in Brasilien ist im Herzen des Amazonas-Regenwaldes ein riesiges Wasserkraftwerk am Rio Tapajós geplant, gegen das indigene Gemeinschaften und Greenpeace nun protestierten. Für das Kraftwerk sind Dutzende Dämme und eine Hauptstaumauer mit 7,6 Kilometern Länge geplant – damit wäre das Bauwerk mehr als dreimal so lang wie der Drei-Schluchten-Staudamm in China. Statt auf Sonne und Wind zu setzen, baue die Regierung die Wasserkraft in einer der artenreichsten Gegenden weiter aus, kritisierte Oliver Salge, Amazonas-Koordinator von Greenpeace. Es sei klar, dass "sich die Zusammensetzung allen Lebens im Fluss dramatisch verändern wird".

Kritiker prangern seit Jahren die schweren Eingriffe in die Natur sowie die Umsiedlung Tausender Menschen durch die Errichtung von Großstaudämmen an. Sie fordern schärfere Standards für die Errichtung und den Betrieb von Wasserkraftanlagen, die soziale und ökologische Faktoren stärker einbeziehen. Nach Ansicht von Entwicklungsexperten sind Großstaudämme zudem eine Schuldenfalle für Schwellenländer.

klimaretter.info /ogro 

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