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Umweltschützer protestieren vor Moorburg

Die Umweltorganisationen Gegenstrom Hamburg und Robin Wood haben am Nachmittag mit Booten auf der Elbe in Hamburg gegen das Vattenfall-Kohlekraftwerk Moorburg protestiert. Rund 40 Aktivisten paddelten vor der Anlage, weitere 50 demonstrierten an Land.

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Sehen in der Kohle einen Bremsklotz für die Energiewende: Ein Teil der Demonstranten vor dem Kohlekraftwerk Moorburg im Hamburger Hafen. (Foto: Pay Numrich)

Eigentlich hatten die Umweltschützer vorgehabt, mit den Booten eine Lieferung der umstrittenen Importkohle zu blockieren. Der Plan wurde allerdings vereitelt – das erwartete Kohle-Schiff blieb aus. Die Aktivisten kündigten an, die Proteste in den kommenden Monaten fortzusetzen.

Das Steinkohlekraftwerk im Hamburger Stadtteil Moorburg war im Februar in den Regelbetrieb gegangen. Eigentlich sollten die beiden Kraftwerksblöcke schon 2012 und 2013 nacheinander ans Netz gehen, was aber zahlreiche Pannen verhinderten. Im Juni 2013 zog bei einem Testlauf eine dunkle, stinkende Wolke über Moorburg, Anwohner klagten über Kopfschmerzen, Atemnot und Übelkeit, laut Vattenfall war der Wind falsch berechnet worden. Im September wurden Legionellen im Kühlturm gefunden und im Kohlelager bestand Brandgefahr, sodass ein Teil der Kohle ausgelagert werden musste. Im April 2014 wurde bekannt, dass beide Kraftwerksblöcke Baumängel aufwiesen, sodass das Kraftwerk Moorburg wieder nicht in Betrieb Netz ging.

Im vergangenen März eröffnete die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland, weil Hamburg auf Druck der Bundesregierung die Naturschutzauflagen für die Wasserkühlung in Moorburg wieder gelockert hatte. Das war im Rahmen eines Vergleichs geschehen, nachdem Deutschland von Vattenfall vor dem privaten Washingtoner Schiedsgericht ICSID verklagt worden war. In dem Vertragsverletzungsverfahren drohen der Bundesrepublik nun Strafzahlungen an die EU.

klimaretter.info/scz/mb

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