Dienstag, 24. März 2015, 12:15 Uhr

NRW: Zu viel Braunkohle fürs Klimaziel

Zwischen 1,4 und 2,5 Milliarden Tonnen Braunkohle dürfen im Rheinischen Revier nicht gefördert und verstromt werden, wenn Deutschland seine Klimaschutzziele erreichen will. Das ist Ergebnis eines BUND-Gutachtens, das der Umweltverband heute in Düsseldorf vorgestellt hat.

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Technik aus alten Zeiten. Für die Zukunft fordert der BUND ein Braunkohleausstiegsszenario. (Foto: Reimer)

Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Das Klimaschutzgesetz von Nordrhein-Westfalen sieht eine Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen um mindestens 80 Prozent bis zur Mitte des Jahrhunderts vor. Der BUND ließ durch Energieexperten des Öko-Instituts berechnen, welche Konsequenzen diese Klimaschutzziele für die Festlegung neuer Abbaugrenzen haben müssten. Dazu wurden verschiedene energiepolitische Szenarien ausgewertet und auf Kohle-Restmengen umgerechnet.

In den heute genehmigten Tagebauen liegt noch ein Braunkohlevorrat von knapp drei Milliarden Tonnen. "Davon müssen je nach Szenario zwischen 1,4 und 2,5 Milliarden Tonnen im Untergrund bleiben. Ansonsten werden alle Klimaschutzziele verfehlt", sagte der nordrhein-westfälische BUND-Geschäftsleiter Dirk Jansen. Für den Tagebau Garzweiler fordert der BUND daher einen Abbaustopp vor der Autobahn A 61, die sogenannte "Drittel-Lösung". Auch der vorgesehene Ausbau des Tagebaus Hambach müsse massiv zurückgefahren werden. Die Fortführung des Tagebaus von 2020 bis 2030 hatte das Land NRW kürzlich genehmigt und damit den Abbau von 450 Millionen Tonnen Braunkohle zugelassen. Gegen die Genehmigung reichte der BUND Klage ein. Insgesamt will RWE dort noch etwa 1,5 Milliarden Tonnen Braunkohle fördern. Zum Erreichen der NRW-Klimaziele dürften aber nur noch zwischen 200 bis 700 Millionen Tonnen Hambach-Kohle verfeuert werden.

"Die Klimaschutzziele sind nur erreichbar, wenn Nordrhein-Westfalen schnellstmöglich aus der Braunkohle aussteigt", erklärte Dierk Bauknecht vom Öko-Institut. Der BUND forderte die Landesregierung auf, ein Ausstiegsszenario mit definierten Restmengen in seiner für den 28. März angekündigten neuen "Leitentscheidung zur Braunkohlenpolitik" zu verankern. Danach müssten alle Braunkohlenpläne geändert und neue Abbaugrenzen festgelegt werden. "Der Braunkohleausstieg bis spätestens 2030", so das Fazit von BUND-Chef Jansen, "ist in Nordrhein-Westfalen nicht nur klimaschutzpolitisch notwendig, sondern auch energiewirtschaftlich machbar."

klimaretter.info/red

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