Divestment Day gegen Kohle, Öl und Gas

Weltpremiere: Am heutigen Freitag findet der erste Global Divestment Day statt. "Kein Geld für Kohle, Öl und Gas!" – so lautet das Ziel der Veranstaltungen und Aktionen, bei denen Menschen noch bis Samstag weltweit ein Zeichen gegen die Finanzierung der fossilen Energieindustrie setzen können. Auf der Website des Aktionstages kann jeder nach Veranstaltungen in seiner Nähe suchen oder noch selbst welche ins Leben rufen.

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Der Divestment Day wurde auf zwei Tage ausgedehnt, um eine größere Vielfalt an Aktionsformen zu ermöglichen. (Bild: 350.org)

Vor der RWE-Zentrale in Essen wird heute zum Beispiel ein "Geldregen" niedergehen und den Rahmen für eine Fotoaktion liefern. In Berlin ist für den Samstag ein Flashmob auf dem Alexanderplatz geplant. "Love Life: Hate Fossil Fuels" heißt ein Workshop zum zivilen Ungehorsam in Brüssel, dem sich Kunstaktionen in der Öffentlichkeit anschließen. Privatleute sind außerdem aufgerufen, ihre Einlagen bei Banken und Fonds aufzulösen, die in die Kohle-, Gas- und Ölindustrie investieren.

Die Idee der Divestment-Bewegung ist, dass sich die Klimaziele nicht erreichen lassen, wenn nur einzelne Projekte wie Öl-Pipelines oder Kohlekraftwerke gestoppt werden. Man müsse auch der fossilen Industrie die Finanzmittel entziehen, um die Politik von deren Einfluss zu befreien. Diese Strategie kann durchaus erfolgreich sein, wie eine Studie der Universität Oxford gezeigt hat. Zwar sind die direkten finanziellen Einbußen für die betroffenen Unternehmen eher gering. Der Imageverlust und die öffentliche Diskussion erzeugen aber anhaltenden Druck. Die Forderungen der Bewegung erhielten bereits Unterstützung von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und vom Weltkirchenrat.

Hinter dem Divestment-Aktionstag steht die Graswurzelbewegung 350.org, die ein weltweites Netzwerk zur Bewältigung der Klimakrise aufbauen will. Begründer ist der US-Umweltaktivist Bill McKibben, der im vergangenen Dezember mit dem "Alternativen Nobelpreis" geehrt wurde. Nur die wenigsten "Mitmacher" werden aber bereits Mitglieder der Bewegung sein, betonte Melanie Mattauch, Europakoordinatorin von 350.org, gegenüber klimaretter.info. Der Divestment Day beruhe vielmehr darauf, dass jeder an diesem Tag etwas tun könne.

klimaretter.info/mst

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